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„Wendepunkt der Geschichte“

Peronisten feiern „Tag der Treue“

Maximo Kirchner
Máximo Kirchner als Redner. (Foto: twitter)

Buenos Aires (AT/mc) - „Nationale Einheit für die Souveränität mit sozialer Gerechtigkeit“ lautete das etwas sperrige Motto der zentralen Kundgebung zum Tag der (peronistischen) Treue am vorigen Montag auf der Plaza de Mayo. Doch wenn Eines die peronistische Bewegung heutzutage auszeichnet, so ist dies nicht Einheit, sondern Zersplitterung. So fanden denn gleich mehrere, teilweise konkurrierende Veranstaltungen statt.

Präsident Alberto Fernández, formell auch der Vorsitzende der Peronistischen Partei (PJ), war beispielsweise gar nicht bei einer der Großkundgebungen in der Hauptstadt, sondern sprach in Cañuelas, wo die Autobahn nach Ezeiza eingeweiht wurde.

Der Staatschef bezeichnete den 17. Oktober 1945 als „Wendepunkt“. Damals zogen Tausende Anhänger von Juan Domingo Perón auf die Plaza de Mayo, um die Freilassung ihres Idols zu fordern. Der arbeitnehmerfreundliche Politiker war von seinen Widersachern auf der Insel Martín García festgesetzt worden. Die Massen erzwangen seine Freilassung. Der Peronismus als politische Bewegung war geboren.

„Von diesem Moment an begann die Geschichte, anders zu sein“, referierte Fernández. Von da an habe die Historie nicht mehr nur den Mächtigen gehört. Der Staatschef ermahnte dazu, die peronistische Weltanschauung nicht aufzugeben, sondern sich an die Maxime Peróns zu erinnern, der sagte: „Besser als reden ist handeln.“ Welche bessere Ehrerbietung für Perón könne es also geben als die Fertigstellung öffentlicher Bauten?, fragte Fernández rhetorisch. Er nutzte die Gelegenheit, eine Serie sozialer Hilfsmaßnahmen sowie eine Anhebung des Freibetrags bei der Lohnsteuer anzukündigen.

Zum Teil als Protestveranstaltung gegen die eigene Regierung interpretiert werden kann die eingangs erwähnte Großveranstaltung auf der Plaza de Mayo, zu der das Kirchner-Lager sowie der von Pablo Moyano angeführte Teil der Gewerkschaftsbewegung aufgerufen hatten. Die zentrale Rede hielt der Kongressabgeordnete Máximo Kirchner. Der Sohn von Vizepräsidentin Cristina Kirchner forderte die Regierung dazu auf, eine Politik zu unterlassen, die dazu führe, die Arbeiter in die Schuldenfalle zu treiben.

Des Weiteren plädierte Kirchner für Nachverhandlungen mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF). Denn das Thema der dort anhängigen argentinischen Schulden sei noch nicht gelöst. Albertos mittlerweile zurückgetretener Wirtschaftsminister Martín Guzmán hatte Anfang dieses Jahres ein Abkommen mit dem IWF ausgehandelt. Doch Kirchner jun., der damals aus Protest dagegen von seinem Posten als Vorsitzender der Regierungsfraktion in der Deputiertenkammer zurückgetreten war, besteht weiter darauf, dass Argentinien eine „Verschnaufpause“ beim Schuldendienst brauche.

Neben dem Sohn der Vizepräsidentin war eigentlich eine Rede von Pablo Moyano erwartet worden. Doch der Stellvertretende Vorsitzende der Lkw-Fahrer-Gewerkschaft verzichtete überraschend auf das Wort. Er ließ sich aber demonstrativ mit Kirchner und Roberto Baradel, dem Boss der Lehrergewerkschaft SUTEBA, ablichten.

Andere Teile des Gewerkschaftsdachverbands CGT veranstalteten hingegen eine Veranstaltung im Stadion „Obras Sanitarias“ im Stadtteil Núñez. Auch dies ein Anzeichen dafür, dass die peronistische Bewegung zersplittert ist.


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