Weltnachrichten


JEMEN

Machtwechsel

Sanaa/Riad - Im Jemen hat Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi seine Macht überraschend an einen neu gegründeten Präsidialrat abgetreten. Das Gremium solle das Land übergangsweise führen und mit den verfeindeten Huthi-Rebellen über eine „endgültige und umfassende“ Lösung des laufenden Konflikts verhandeln. Das meldete die staatliche Nachrichtenagentur Saba am Donnerstag. Der Präsidialrat gilt als ein möglicher Schritt hin zu einem Ende des verheerenden Kriegs. Die Befugnisse Hadis, der seit 2012 amtierte, würden unwiderruflich übertragen, hieß es in dem Dekret. Geführt werden soll der achtköpfige Rat von Ex-Innenminister Raschad al-Alimi.


ARMENIEN/ASERBAIDSCHAN

Verhandlungen

Brüssel - Die beiden verfeindeten Südkaukasus-Republiken Armenien und Aserbaidschan haben sich unter EU-Vermittlung auf die Aushandlung eines Friedensvertrags verständigt. Das teilten beide Seiten am Donnerstag nach einem Treffen von Armeniens Premierminister Nikol Paschinjan und Aserbaidschans Präsident Ilham Aliyev in Brüssel mit. Armenischen Angaben zufolge soll auch eine Kommission eingerichtet werden, die sich mit Fragen der Sicherheit und Stabilität entlang der Grenze beschäftigen soll. Der Kreml in Moskau begrüßte am Donnerstag die Bemühungen um einen Friedensvertrag.


SERBIEN

Vucic wiedergewählt

Belgrad - Aleksandar Vucic bleibt Staatspräsident Serbiens, wird jedoch seine Macht im Parlament neu justieren müssen. Das ergab am Montag die Auszählung fast aller Stimmzettel der Präsidenten- und Parlamentswahlen vom Sonntag. Vucic habe für seine zweite Amtszeit in Folge 58,6 Prozent der Stimmen erhalten, teilte die Wahlkommission in Belgrad nach Auszählung von 95,7 Prozent der Stimmzettel mit. Nach diesem Stand kam Zdravko Ponos mit 18,3 Prozent auf Platz zwei. Im Parlament kam Vucics Fortschrittspartei SNS auf 42,9 Prozent der Stimmen und verfehlte damit die absolute Mehrheit, teilte die Wahlkommission nach Auszählung von 95,2 Prozent der Parlamentswahl-Stimmzettel mit. SNS könne nach diesem Stand mit 119 Mandaten rechnen.


ÄTHIOPIEN

Militäroffensive

Addis Abeba - Äthiopiens Armee hat eine Offensive gegen die Rebellengruppe Oromo-Befreiungsarmee (OLA) gestartet. Die OLA habe in Oromia, dem größten Bundesland des Krisenstaats am Horn von Afrika, in dem sich auch die Hauptstadt Addis Abeba befindet, Zivilisten getötet und entführt sowie Menschenrechtsverletzungen begangen, teilte die Regierung am Donnerstag mit. Soldaten hätten „mehrere Mitglieder der Rebellengruppe getötet“, sagte Oberst Abebe Geresu, der stellvertretende Sicherheitschef Oromias, nach einem Bericht der staatlichen äthiopischen Presse-Agentur. Die Militäroperation konzentriere sich auf die Gebiete Wollega, Guji, West- und Nord-Shewa.


USA

Erste schwarze Richterin

Washington - Erstmals wird eine schwarze Frau Richterin am Obersten Gericht der USA. Der Senat bestätigte Ketanji Brown Jackson am Donnerstag für das Amt im Supreme Court. US-Präsident Joe Biden hatte die 51-jährige Richterin Ende Februar nominiert. Die liberale Juristin kam auf 53 der 100 Stimmen im Senat. Drei gemäßigte Republikaner stimmten mit den 50 Demokraten in der Parlamentskammer. An der konservativen Mehrheit am Obersten Gericht ändert die Bestätigung Jacksons nichts - sie löst den liberalen Richter Stephen Breyer ab, der in den Ruhestand geht. Nach ihrer Bestätigung muss Jackson noch vereidigt werden. Richter am Obersten Gericht werden auf Lebenszeit ernannt.


NORDKOREA

Drohung

Seoul - Nordkorea hat Südkorea für den Fall eines militärischen Konflikts mit einem Atomschlag gedroht. Südkorea sei nicht der „Hauptfeind“ ihres Landes, hieß es in einer Erklärung der einflussreichen Schwester des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un, Kim Yo Jong. Sollte Südkorea jedoch die militärische Konfrontation suchen, „wird unsere nukleare Streitmacht unweigerlich ihre Pflicht erfüllen“, wurde sie am Dienstag von den Staatsmedien zitiert. Die hochrangige Funktionärin der herrschenden Arbeiterpartei setzte damit ihren aggressiven Ton fort, den sie vor wenigen Tagen angeschlagen hatte. Hintergrund sind Äußerungen des südkoreanischen Verteidigungsministers Suh Wook zu den Angriffskapazitäten seines Landes gegen Nordkorea.


CHINA

Geisterstadt

Shanghai - In der schlimmsten Corona-Welle in China seit Beginn der Pandemie vor zwei Jahren steigt die Zahl der Infektionen weiter rasant an. Die Gesundheitskommission in Peking meldete am Mittwoch landesweit mit mehr als 20.000 Fällen einen Höchststand. Wegen der strikten Null-Covid-Politik in China gelten weiträumige Ausgangssperren in den Metropolen Shanghai, Changchun und Shenyang in Nordostchina, in denen insgesamt rund 38 Millionen Einwohner leben. Große Empörung löste die Praxis aus, dass kleine Kinder von ihren Eltern getrennt werden, was auch in China lebende ausländische Familien sehr beunruhigt. (dpa)


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