Weltnachrichten


NATO

Mehr Ausgaben

Brüssel - Die Nato-Staaten haben im vergangenen Jahr fast 1,18 Billionen US-Dollar (etwa 1,06 Billionen Euro) für Verteidigung ausgegeben. Im Vergleich zu 2020 entsprach dies einem Anstieg um 5,8 Prozent, wie aus einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht von Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hervorgeht. Zum Vergleich: Das Verteidigungsbudget Russlands wurde vom Internationalen Institut für Strategische Studien (IISS) zuletzt auf gerade einmal 62,2 Milliarden US-Dollar (56 Mrd. Euro) geschätzt. Auch die Ausgaben Chinas lagen demnach mit 207,3 Milliarden US-Dollar (186 Mrd. Euro) deutlich niedriger.


CHINA

Journalistin angeklagt

Peking - In China ist die australische Journalistin Cheng Lei wegen angeblicher Spionage vor Gericht gestellt worden. Zum Auftakt der Verhandlung am Donnerstag wurde dem australischen Botschafter in Peking, Graham Fletcher, der Zutritt ins Gericht verwehrt. Wann ein Urteil und das Strafmaß bekanntgegeben werden sollen, war zunächst unklar. Die 47-jährige Nachrichtenmoderatorin hatte für den Auslandssender des chinesischen Staatsfernsehens gearbeitet. Die Anklage wirft ihr vor, Staatsgeheimnisse ans Ausland verraten zu haben.


UKRAINE

Millionen Flüchtlinge

Genf - Die Zahl der aus der Ukraine geflüchteten Menschen hat die Marke von vier Millionen überschritten. Seit dem Beginn der russischen Invasion am 24. Februar haben 4,02 Millionen Menschen das Land verlassen, wie das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR am Mittwoch meldete. Zusätzlich sind nach Schätzungen der Vereinten Nationen rund 6,5 Millionen Menschen innerhalb der Ukraine auf der Flucht. Die weitaus größte Zahl der ins Ausland Geflüchteten sind bislang in Polen gezählt worden, gefolgt von Rumänien. In Deutschland wurden mehr als 280.000 Ankommende gezählt.


ISRAEL

Gipfeltreffen

Sde Boker - Bei einem historischen Gipfeltreffen in der Negev-Wüste sind Israel, die USA und vier arabische Staaten näher zusammengerückt und haben so ein Zeichen gegen den Iran gesetzt. Sie wollten sich künftig regelmäßig auf hoher Ebene treffen, sagte der israelische Außenminister Jair Lapid am Montag in Sde Boker im Beisein seiner Amtskollegen aus den USA, Ägypten, Bahrain, Marokko und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE). „Wir haben entschieden, den Negev-Gipfel zu einem dauerhaften Forum zu machen.“

RUSSLAND/CHINA

Zusammenarbeit

Tunxi - In den Spannungen um den russischen Angriffskrieg in der Ukraine rücken Russland und China näher zusammen. Erstmals seit Beginn der Invasion traf der russische Außenminister Sergej Lawrow am Mittwoch in Tunxi in der Provinz Anhui in Südostchina persönlich mit seinem Amtskollegen Wang Yi zusammen, der ihn als „alten Freund“ willkommen hieß. Beide Seiten hoben die Qualität der Beziehungen hervor und vereinbarten einen weiteren Ausbau der Kooperation. Nach chinesischen Angaben versicherte Lawrow, sein Land wolle „Spannungen abbauen“. Chinas Außenminister gab Russland politische Unterstützung.


ITALIEN

Berlusconi-Prozess

Mailand - Im Gerichtsverfahren gegen Italiens Ex-Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi unter anderem wegen Zeugenbestechung rechnet dessen Anwalt mit einem Freispruch. Er glaube, dass alle Bestandteile vorhanden seien, um aus diesem Prozess mit einem möglichst umfassenden Freispruch herauszugehen, so Federico Cecconi laut Nachrichtenagentur Ansa im Anschluss an eine Verhandlung am Mittwoch in Mailand. Der heute 85-jährige Berlusconi muss sich im Zusammenhang mit seinen „Bunga-Bunga-Parties“ verantworten, die mehr als zehn Jahre zurückliegen.


PAKISTAN

Lehrerin enthauptet

Islamabad - Drei Lehrerinnen einer islamischen Mädchenschule in Pakistan haben nach Polizeiangaben eine Kollegin enthauptet. Sie bezichtigten die 21-Jährige der Blasphemie, also der Verhöhnung ihrer Religion. Sie hätten sie außerhalb der Bildungseinrichtung in der Stadt Dera Ismail Khan im Nordwesten des Landes ohne ordnungsgemäßes Verfahren getötet, teilte der örtliche Polizeichef Najamul Hasnain mit. Die Polizei habe die mutmaßlichen Täterinnen bereits festgenommen.


SLOWAKEI

Holocaust-Gedenken

Bratislava - Mit Gedenkveranstaltungen in mehreren Städten hat die Slowakei am Freitag an den Beginn der Judendeportationen in deutsche Konzentrationslager vor 80 Jahren erinnert. Am Abend des 25. März 1942 hatte der erste Zug mit rund 1000 jüdischen Frauen und Mädchen den Bahnhof der nordslowakischen Stadt Poprad nach Auschwitz-Birkenau verlassen. Damit begannen die Deportationen von Juden in das deutsche Vernichtungslager auf polnischem Boden, die bald auch aus anderen Ländern als der Slowakei erfolgten. (dpa/wvg)


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