Weltnachrichten

AFGHANISTAN

Spendenziel

Genf - Die Vereinten Nationen haben das selbst gesteckte Ziel von 600 Millionen Dollar (530 Millionen Euro) an Unterstützung für die notleidende Bevölkerung Afghanistans erreicht. Wie aus Zahlen des UN-Nothilfebüros OCHA vom Dienstag hervorgeht, steuerte Deutschland 76 Millionen Dollar bei und zählt mit den USA, der Europäischen Kommission, Frankreich und Japan zu den größten Spendern. Die internationalen Geldgeber hätten auch dazu beigetragen, dass die humanitäre Arbeit vor Ort ausgebaut werden konnte, sagte OCHA-Sprecher Jens Laerke in Genf. Seit Anfang September erhielten 7,2 Millionen Menschen in Afghanistan Nahrungsmittelhilfe. Rund 900.000 wurden medizinisch unterstützt.


SUDAN

Weiter Proteste

Khartum - Die erneute Einsetzung des sudanesischen Ministerpräsidenten Abdullah Hamdok in sein Regierungsamt hat nicht für eine Beruhigung in dem Krisenstaat gesorgt: Die Organisatoren der Proteste der vergangenen Wochen rufen zu weiteren Demonstrationen auf. Bereits nach der Vereinbarung für eine neue Übergangsregierung, die Hamdok und der Militärmachthaber General Abdel Fattah al-Burhan am Sonntag unterzeichnet hatten, gingen Demonstranten bis in die Nacht zum Montag auf die Straße. Gegner der neuen Übergangsregierung warfen Hamdok Verrat vor. Bis zum Putsch im Oktober standen Al-Burhan und Hamdok an der Spitze einer Übergangsregierung aus militärischen und zivilen Vertretern. Nach dem Putsch hatte Al-Burhan die Regierung aufgelöst und einen Ausnahmezustand für das Land mit 44 Millionen Einwohnern verhängt.


BULGARIEN

Wiedergewählt

Sofia - Der bulgarische Staats-chef Rumen Radew hat die Stichwahl um das Präsidentenamt klar gewonnen. Mit 66,7 Prozent der Stimmen entschied der General der Reserve Radew die zweite Wahlrunde gegen seinen Herausforderer Anastas Gerdschikow für sich. Der Rektor der Universität Sofia kam auf lediglich 31,8 Prozent, wie die Zentrale Wahlkommission (ZIK) in Sofia nach Auszählung von gut 99 Prozent der Stimmen am Montag bekanntgab. Damit bleibt der 58 Jahre alte Radew, dessen Amtszeit im Januar 2022 endet, weitere fünf Jahre Staatsoberhaupt des EU-Landes. Der frühere Kampfpilot und Luftwaffenchef sowie der Universitätsprofessor waren als unabhängige Kandidaten angetreten. Radew wurde von den aus den früheren Kommunisten hervorgegangenen Sozialisten sowie den Protestparteien unterstützt.

BELARUS

Ausharren

Minsk - Nach mehr als zwei Wochen harren weiter rund 2000 Migranten an der Grenze zu Polen in einem Logistikzentrum aus. Viele von ihnen hoffen noch immer auf Aufnahme in Deutschland. Das Innenministerium in Minsk teilte unterdessen mit, erneut seien 118 Migranten freiwillig in ihre Heimat zurückgekehrt. Die freiwillige Rückführung werde fortgesetzt. Die Mehrheit der Menschen bestehe auf Aufnahme in der EU, sagte der Leiter der Abteilung für Migration des Innenministeriums in Minsk, Alexej Begun, der Staatsagentur Belta zufolge. Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko hatte einen humanitären Korridor für 2000 Migranten in die EU gefordert. Der Westen wirft ihm vor, die Migranten gezielt ins Land und an die Grenze gelockt zu haben, um die Lage in der EU zu destabilisieren.


INDIEN

Agrarreform

Neu Delhi - Nach fast einjährigen Bauernprotesten will Indien eine kontroverse Agrarmarktreform kippen. Dies kündigte Premierminister Narendra Modi am Freitag an. Damit gibt Modi in einem Konflikt nach, der die Regierung in eine ihrer größten Krisen gebracht hat. Tausende Bäuerinnen und Bauern hatten fast ein Jahr lang rund um die Hauptstadt Neu Delhi gegen die Agrarmarktreform protestiert. Konkret sollten es die umstrittenen Gesetze zur Marktöffnung Unternehmen erleichtern, direkt von Bauern zu kaufen. Bislang wird in Indien Getreide meist in staatlich organisierten Großmärkten mit Mittelsmännern zu garantierten Mindestpreisen gehandelt. Die Regierung versuchte, Bauernvertreter in mehreren Gesprächsrunden zu überzeugen, dass die Gesetze gut für sie seien - vergebens.


INTERPOL

Neuer Chef

Istanbul - Trotz Foltervorwürfen hat die internationale Polizeiorganisation Interpol einen Generalmajor aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, Ahmed al-Raisi, zu ihrem neuen Präsidenten gewählt. Al-Raisi war bislang Generalinspekteur beim dortigen Innenministerium. Bei einer Vollversammlung der 195 Interpol-Mitgliedsstaaten in Istanbul bekam er am Donnerstag die erforderliche Mehrheit für eine vierjährige Amtszeit, wie die Organisation auf Twitter mitteilte. Aus Sicht von Kritikern steht Al-Raisi für einen aggressiven Sicherheitsapparat, in dem Menschen mit kritischer Haltung gegenüber der Regierung willkürlich festgenommen oder gar gefoltert werden. In mindestens fünf Ländern wurden gegen ihn im Zusammenhang mit Foltervorwürfen Klagen eingereicht. (dpa/wvg)


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