Weltnachrichten

KROATIEN

Vukovar-Gedenken

Vukovar - Mehrere tausend Menschen haben im ostkroatischen Vukovar des Falls der Stadt im Krieg gegen Serbien vor 30 Jahren gedacht. Angeführt von der Staats- und Regierungsspitze zogen die Teilnehmer am Donnerstag vom städtischen Krankenhaus zur Gedenkstätte Ovcara außerhalb der Stadt. Einheiten der serbisch kommandierten Jugoslawischen Volksarmee (JNA) hatten dort in den Tagen nach dem 18. November 1991 mehr als 200 Zivilisten getötet, die sie zuvor im Spital gefangen genommen und dann zum Landwirtschaftsbetrieb Ovcara verschleppt hatten. Der Fall ist eines der schwersten Kriegsverbrechen im Unabhängigkeitskrieg Kroatiens gegen das von Serbien dominierte Rest-Jugoslawien zwischen 1991 und 1995. Nur wenige der Verantwortlichen wurden gerichtlich verurteilt. Bei den Kämpfen um Vukovar kamen 2717 kroatische Soldaten und Zivilisten ums Leben oder gelten als vermisst.


RUSSLAND

Krieg der Sterne

Washington/Moskau - Russland hat mit dem Abschuss eines ausgedienten Satelliten heftige Kritik auf sich gezogen. Die US-Regierung warf Moskau vor, die Sicherheit von Raumfahrern auf der Internationalen Raumstation ISS durch den Test einer Anti-Satelliten-Rakete gefährdet zu haben. Zu Wochenbeginn wurde die ISS gleich zweimal geräumt, weil ihr Weltraumschrott nahe gekommen sein soll. In der Station hält sich seit ein paar Tagen auch der deutsche Astronaut Matthias Maurer auf. Groß ist nun die Sorge, dass die ISS in mehr als 400 Kilometern über der Erde von Resten des zerstörten Satelliten getroffen werden könnte. Das russische Militär betont dagegen, die Satellitentrümmer „stellten keine Bedrohungen für Raumstationen, Raumflugkörper und Weltraumaktivitäten dar und werden keine darstellen“. Verteidigungsminister Sergej Schoigu sprach von einem „viel versprechenden System“, das erprobt worden sei.

EUROPÄISCHE UNION

Haushalt steht

Brüssel - Unterhändler des Europaparlaments und der Regierungen der EU-Staaten haben sich auf den EU-Haushalt für das kommende Jahr verständigt. Die in der Nacht zum Dienstag erzielte Einigung sieht nach Angaben beider Seiten vor, dass 2022 rund 169,5 Milliarden Euro verplant werden können. Dies entspricht einem Plus von etwa fünf Milliarden Euro im Vergleich zur ursprünglichen Haushaltsplanung für das laufende Jahr. Das Geld aus dem EU-Gemeinschaftsbudget soll unter anderem helfen, die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie einzudämmen und den Umwelt- und Klimaschutz zu fördern. Ein Großteil des Betrages wird zudem wie gehabt zur Unterstützung von Landwirten und vergleichsweise armen Regionen in den EU-Ländern dienen.


DÄNEMARK

Deutscher Bürgermeister

Kopenhagen - Die Gemeinde Tondern im dänischen Südjütland bekommt zum ersten Mal seit 1946 einen Bürgermeister, der der deutschen Minderheit angehört. Jørgen Popp Petersen (58) von der Schleswigschen Partei konnte Medienberichten zufolge bei der Kommunalwahl am Dienstag eine Mehrheit im Gemeinderat hinter sich bringen. Insgesamt haben die regierenden Sozialdemokraten bei den Kommunalwahlen in Dänemark die meisten Stimmen erhalten. Auf die Partei der Ministerpräsidentin Mette Frederiksen entfielen 28,5 Prozent. Auch die liberale Partei Venstre erlitt Verluste und landete bei 21,2 Prozent. Die größten Verlierer aber waren die Rechtspopulisten: Die Dänische Volkspartei verlor 132 ihrer Repräsentanten und hat nun nur noch 91 Vertreter in den Gemeinden (4,1 Prozent). Die größten Zuwächse verzeichneten die Konservativen, die von 8,8 Prozent auf 15,2 Prozent kletterten.

BULGARIEN

Neue Wahlsieger

Sofia - Zwei bulgarische Absolventen der US-Eliteuniversität Harvard konnten in der Wahlnacht ihre Freude kaum verbergen. Denn ihre neu gegründete Partei „Wir führen den Wandel fort“ (PP) gewann am Sonntag mit rund 25 Prozent überraschend die dritte Parlamentswahl in Bulgarien seit dem Frühjahr. Der Anti-Korruptions-Partei der früheren Interims-Minister Kiril Petkow und Assen Wassilew werden nun gute Chancen eingeräumt, nach einem monatelangen Patt eine Koalitionsregierung in Sofia zu bilden. Die von Korruptionsvorwürfen belastete bürgerliche GERB des im April abgewählten Regierungschefs Boiko Borissow landete amtlichen Zwischenergebnissen zufolge mit 22 Prozent auf Platz zwei.


SCHWEDEN

Warten auf Regierung

Stockholm - Die Chefin der schwedischen Sozialdemokraten, Magdalena Andersson, bekommt mehr Zeit, um mit anderen Parteien Sondierungsgespräche für eine neue Regierung zu führen. Der Präsident des Parlamentes, Andreas Norlén, teilte am Dienstag nach einem Gespräch mit Andersson mit, er habe ihre Frist bis zum 22. November verlängert. Nach dem Rücktritt Stefan Löfvens will Andersson als seine Nachfolgerin schwedische Ministerpräsidentin werden. Doch dazu braucht sie neben den Stimmen der Grünen auch die Unterstützung der linken Vänsterpartiet und der Zentrumspartei. (dpa)


0 visualizaciones