Weltnachrichten

KANADA

Trudeau Wahlsieger

Ottawa - Die liberale Partei von Ministerpräsident Justin Trudeau hat nach ersten Ergebnissen die vorgezogene Parlamentswahl in Kanada gewonnen. Zugleich blieb sie aber deutlich hinter dem Ziel einer absoluten Mehrheit zurück. Die Regierungspartei errang nach Prognosen des öffentlichen Senders CBC bei der Abstimmung am Montag etwa 158 Mandate der 338 Mandate und ließ die Konservativen von Kontrahent Erin O’Toole mit ungefähr 119 Sitzen hinter sich. „Sie schicken uns mit einem klaren Auftrag zurück an die Arbeit, um Kanada durch diese Pandemie und in vor uns liegende, bessere Tage zu führen“, sagte Trudeau in seiner Siegesrede in der Nacht zum Dienstag. Im flächenmäßig zweitgrößten Land der Erde ändert sich damit gegenüber den Wahlen von 2019 kaum etwas - für eine absolute Mehrheit wären 170 Mandate notwendig gewesen.


AFGHANISTAN

Schulbesuch für Mädchen

Kabul - Die militant-islamistischen Taliban haben eine Wiedereröffnung weiterführender Schulen für Mädchen ab der 7. Klasse in Aussicht gestellt. Das Bildungsministerium arbeite an einem neuen Verfahren, um es Schülerinnen zu erlauben, ihre Ausbildung fortzusetzen, sagte Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid am Dienstag vor Journalisten in Kabul. Seit der Machtübernahme der Islamisten Mitte August ist der Schulbesuch für Mädchen ab der 7. Klasse untersagt. Die künftigen Regeln zielen nach seiner Darstellung darauf ab, das Bildungsumfeld für Mädchen und Frauen sowie deren täglichen Weg zum Unterricht abzusichern. Wann genau dies geschehen werde, sagte Mudschahid allerdings nicht.

PHILIPPINEN

Boxer-Präsident

Manila - Der philippinische Boxer Manny Pacquiao kandidiert als Nachfolger von Staatschef Rodrigo Duterte für das Präsidentenamt in seinem Land. Das kündigte der 42-Jährige am Sonntag an und nahm die Nominierung durch die Regierungspartei PDP-Laban an. „Ich bin ein Kämpfer, und ich werde immer ein Kämpfer sein, im Ring und außerhalb des Rings“, sagte Pacquiao in seiner Rede. Anfang Dezember des vergangenen Jahres war der ehemalige Box-Weltmeister in acht verschiedenen Gewichtsklassen zum neuen Vorsitzenden der Partei von Präsident Duterte ernannt worden. Die nächste Präsidentenwahl in dem südostasiatischen Land steht 2022 an, Duterte darf laut Verfassung nicht erneut kandidieren. Stattdessen hatte der umstrittene derzeitige Staatschef angekündigt, als Vize-Präsident anzutreten. Pacquiao ist auf den Philippinen ein Volksheld. Neben den Erfolgen beim Boxen war er 2010 in die Politik gegangen.


VEREINTE NATIONEN

Biden-Rede

New York - US-Präsident Joe Biden sieht das Ende des Afghanistan-Einsatzes als Start einer neuen Ära der Diplomatie anstelle von militärischen Interventionen. „Während wir diese Zeit des unerbittlichen Krieges beenden, eröffnen wir eine neue Ära der unerbittlichen Diplomatie“, sagte Biden am Dienstag bei seiner ersten Rede vor der UN-Vollversammlung als US-Präsident. Militärische Gewalt müsse lediglich als letztes Mittel genutzt werden. Biden nutzte seinen Auftritt bei der UN-Generaldebatte für ein klares Bekenntnis zum Multilateralismus und zu internationalen Institutionen wie den Vereinten Nationen. Die Sicherheit, der Wohlstand und die Freiheit der Staatengemeinschaft sei so verwoben wie nie zuvor. Die USA seien zurück am Tisch internationaler Foren wie den Vereinten Nationen. Die Welt stehe an einem Wendepunkt, man stehe angesichts großer Herausforderungen wie der Klimakrise vor einem entscheidenden Jahrzehnt.

RUSSLAND

Umstrittene Wahl

Moskau - Nach der Parlamentswahl in Russland haben unabhängige Wahlbeobachter in einer vorläufigen Bilanz weitreichende Verstöße beklagt. Sie sei „gezwungen festzustellen, dass die Wahlen nicht als wirklich frei anerkannt werden können“, teilte die russische Organisation Golos am Dienstag mit. Konkret kritisierten die Wahlbeobachter unter anderem den Ausschluss zahlreicher oppositioneller Kandidaten. Trotz Verlusten ist die Kremlpartei Geeintes Russland als Sieger aus der dreitägigen Abstimmung hervorgegangen. Sie kam nach Auszählung aller Stimmzettel auf 49,8 Prozent. Auf dem zweiten Platz landeten mit 18,9 Prozent die Kommunisten.


NAMIBIA

Aussöhnung mit Deutschland

Windhuk - In Namibia wurde am Mittwoch die parlamentarische Debatte über das unterschriftsreife Abkommen zur Aufarbeitung der deutschen Kolonialzeit erneut aufgenommen. Man hoffe, in den kommenden Tagen darüber abstimmen zu können, sagte Parlamentssprecher David Nahongandja. Mehr als 100 Jahre nach den Verbrechen der deutschen Kolonialmacht im heutigen Namibia erkennt die Bundesregierung in dem Abkommen die Gräueltaten an den Volksgruppen der Herero und Nama als Völkermord an. Deutschland will die Nachkommen offiziell um Vergebung bitten und in den nächsten 30 Jahren mit 1,1 Milliarden Euro unterstützen. Historiker schätzen, dass 65.000 von 80.000 Herero und mindestens 10.000 von 20.000 Nama getötet wurden. (dpa)


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