Weltnachrichten

USA

Gnade für Kennedy-Mörder

San Diego - Nach mehr als fünf Jahrzehnten in Haft könnte der Mörder des US-Politikers Robert F. Kennedy bald aus dem Gefängnis entlassen werden. Ein Bewährungsausschuss in Kalifornien habe sich vergangenen Freitag für die Freilassung des 77-jährigen Palästinensers Sirhan Sirhan ausgesprochen, berichteten der Sender CNN. Sirhan sitzt seit 53 Jahren im Gefängnis und hatte sein mittlerweile 16. Gnadengesuch gestellt. Die Entscheidung der Kommission muss nun von einer weiteren Stelle geprüft werden, bevor sie dem kalifornischen Gouverneur vorgelegt wird. Der könnte die Freilassung noch blockieren. Sirhan, ein in Jerusalem geborener Palästinenser, hatte Kennedy am 5. Juni 1968 in Los Angeles erschossen - nur wenige Stunden, nachdem dieser die Vorwahlen in Kalifornien zur Kür des demokratischen US-Präsidentschaftskandidaten gewonnen hatte. Die US-Justiz ging von Kennedys pro-israelischer Haltung als Motiv des damals 24 Jahre alten Täters aus. Fünf Jahre zuvor war Kennedys Bruder, US-Präsident John F. Kennedy, in Dallas (Texas) erschossen worden. Sirhan wurde 1969 zum Tode verurteilt. Nach Aussetzung der Todesstrafe in Kalifornien im Jahr 1972 wurde die Strafe in lebenslange Haft umgewandelt. Für seine Freilassung sprachen sich auch zwei der Söhne Kennedys aus.


ESTLAND

Neuer Staatspräsident

Tallinn - Estland hat den Wissenschaftler Alar Karis zum neuen Staatspräsidenten gewählt. Der 63 Jahre alte bisherige Direktor des Estnischen Nationalmuseum erzielte am Dienstag im zweiten Wahlgang die nötige Zwei-Drittel-Mehrheit im Parlament in Tallinn. In der Volksvertretung Riigikogu votierten 72 der insgesamt 101 Abgeordneten für Karis, der als einziger Kandidat bei der geheimen Abstimmung nominiert war. Er löst die bisherige Präsidentin Kersti Kaljulaid an der Spitze des baltischen EU- und Nato-Landes ab. Karis‘ Einführung in das höchste Staatsamt Estlands mit vorwiegend repräsentativen Aufgaben ist für den 11. Oktober geplant.

USA

Biden ehrt Opfer

Washington - US-Präsident Joe Biden hat sich mit Hinterbliebenen der 13 bei dem Terroranschlag in Kabul getöteten US-Soldaten getroffen. Im Anschluss wohnten Biden, First Lady Jill Biden, Außenminister Antony Blinken, Verteidigungsminister Lloyd Austin und ranghohe Vertreter der Streitkräfte am Sonntag der Ankunft der Särge der getöteten Soldatinnen und Soldaten, zwischen 20 und 31 Jahre alt waren. Unter den Opfern waren laut Verteidigungsministerium elf Marineinfanteristen und je ein Soldat des Heeres und der Marine. Fünf der Marineinfanteristen waren gerade mal 20 Jahre alt. Unter den Opfern waren auch eine 23 sowie eine 25 Jahre alte Soldatin. Der Anschlag vom Donnerstag vergangener Woche, bei dem auch Dutzende Zivilisten getötet wurden, markierte für das US-Militär den schwersten Verlust in Afghanistan seit einem Jahrzehnt.


ITALIEN

Bootsflüchtlinge

Lampedusa - Auf der italienischen Mittelmeer-Insel Lampedusa sind 539 Migranten in einem Holzboot angekommen. Das sei „eine der größten Anlandungen der letzten Zeit“, sagte Bürgermeister Totò Martello. Die Migranten waren zuvor knapp 15 Kilometer vor der Küste in einem völlig überfüllten Fischerboot hilflos auf dem Mittelmeer treibend von italienischen Patrouillenschiffen entdeckt und gerettet worden. Unter den Migranten auf dem Holzboot waren den ersten amtlichen Angaben zufolge mindestens 3 Frauen sowie 29 unbegleitete Minderjährige. Die Geretteten stammten vorwiegend aus Ländern Nord- und Westafrikas sowie aus Bangladesch und Syrien, sagte ein Sprecher der Internationalen Organisation für Migration. Sie trügen „Zeichen der grausamen und unerträglichen Gewalt“, die Migranten im Abfahrtsland Libyen erlitten

NAHOST

Israel beschießt Gaza

Gaza/Tel Aviv - Nach neuen Angriffen militanter Palästinenser mit Brandballons und Konfrontationen an der Grenze zum Gazastreifen hat Israels Luftwaffe Ziele in dem Küstenstreifen angegriffen. In der Nacht zum Sonntag sei eine militärische Anlage der im Gazastreifen herrschenden Hamas beschossen worden, die zur Herstellung von Waffen und zum Training diente, teilte die israelische Armee mit. Außerdem sei „der Eingang eines Terror-Tunnels“ im Norden des Palästinensergebiets angegriffen worden. Die Konfrontationen an der Grenze zu dem blockierten Gebiet hatten sich zuletzt wieder deutlich verschärft.


JEMEN

Tote nach Raketenangriff

Sanaa - Bei einem Raketenangriff im Jemen sind medizinischen Kreisen zufolge mindestens 30 Menschen getötet worden. 40 weitere seien verletzt worden, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Sonntag aus Kreisen eines Krankenhauses in der südlichen Provinz Lahidsch. Laut Augenzeugen schlugen drei Raketen auf dem Luftwaffenstützpunkt Al-Anad ein, der von Regierungstruppen genutzt wird. Die meisten Opfer seien Soldaten einer regierungsnahen Brigade, berichtete die Nachrichtenseite Adan al-Ghad unter Berufung auf Militärkreise. (dpa)


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