Weltnachrichten

HONGKONG

Zeitungsmacher festgenommen

Hongkong - Fünf Führungskräfte der pro-demokratischen Hongkonger Zeitung „Apple Daily“ sind wegen angeblichen Verstoßes gegen das umstrittene Sicherheitsgesetz festgenommen worden. Unter ihnen sind Verlagschef Cheung Kim-hung und Chefredakteur Ryan Law. Rund 200 Polizisten durchsuchten gestern den Hauptsitz des Unternehmens, um Beweismaterial sicherzustellen, wie die Polizei mitteilte. Es ist bereits das zweite Mal, dass die regierungskritische Zeitung mit einer solch großangelegten Aktion ins Visier der Behörden gerät. Bereits im vergangenen August waren die Büroräume durchsucht worden. Zeitungsgründer Jimmy Lai wurde damals festgenommen.


EU

Erleichterte Einreise

Brüssel - Reisende aus den Vereinigten Staaten sollen künftig wieder leichter in die Europäische Union einreisen können. Das bestätigte die portugiesische Ratspräsidentschaft am Mittwoch nach Beratungen der ständigen Vertreter der EU-Staaten in Brüssel. Zudem sollen die Einreisebestimmungen für Menschen aus Albanien, dem Libanon, Mazedonien, Serbien, Macau, Hongkong und Taiwan gelockert werden. Hintergrund ist eine bessere Corona-Lage. Bislang standen dort Australien, Neuseeland, Ruanda, Singapur, Südkorea, Israel, Japan und Thailand. Für alle anderen Staaten gelten drastische Einschränkungen. Die Liste wird regelmäßig überarbeitet.


NORDKOREA

Schlechtere Versorgung

Seoul/Pjöngjang - Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat die Bevölkerung auf eine schlechtere Versorgung mit Nahrungsmitteln vorbereitet. Die Landwirtschaft habe im vergangenen Jahr infolge eines Taifuns weniger Getreide produzieren können, sagte Kim am Dienstag zum Auftakt eines mehrtägigen Treffens des Zentralkomitees der herrschenden Arbeiterpartei in Pjöngjang. Die Nahrungssituation für die Menschen werde nun „angespannt“ sein, zitierten ihn die Staatsmedien am Mittwoch. Kim stimmte die Bürger auch auf eine Verlängerung der strengen Abschottungs- und Schutzmaßnahmen gegen die Corona-Pandemie ein.

JAPAN

Misstrauensvotum überstanden

Tokio - Japans Ministerpräsident Yoshihide Suga hat ein Misstrauensvotum der Opposition überstanden. Mit einer Mehrheit der Abgeordneten seiner Liberaldemokratischen Partei (LDP) und ihres kleineren Koalitionspartners Komeito stimmte das maßgebliche Unterhaus des Parlaments am Dienstag gegen die Opposition. Diese kritisiert Suga wegen seines Umgang mit der Corona-Pandemie und seines unbeirrten Festhaltens an den Olympischen Spielen. Das zersplitterte Oppositionslager wollte die Debatte hierüber fortsetzen, doch ihre Forderung nach Verlängerung der laufenden Parlamentssitzung wies die Regierung als unnötig zurück.


BALTIKUM

Erinnerung an Deportationen

Tallinn/Riga/Vilnius - Mit landesweiten Gedenkveranstaltungen haben die baltischen Staaten am Montag der Massendeportationen von Zehntausenden Menschen durch das Sowjetregime vor 80 Jahren erinnert. Am 14. Juni 1941 und den darauf folgenden Tagen waren in einer ersten Deportationswelle gut 10.000 Esten, mehr als 15.000 Letten und fast 18.000 Litauer aus den im Zweiten Weltkrieg von der Sowjetunion annektierten Staaten nach Sibirien verschleppt worden. Eine zweite, noch größere Welle folgt 1949. Viele Deportierte kamen wegen der harten Lebensumstände ums Leben.


GROSSBRITANNIEN

Lockerungen verschoben

London - Der „Tag der Freiheit“ muss warten. Mit lautem Murren haben konservative Politiker in Großbritannien auf die Entscheidung von Premier Boris Johnson reagiert, das Ende aller Corona-Maßnahmen doch um vier Wochen zu verschieben. „Die gestrige Nachricht war eine bittere Enttäuschung“, twitterte Kulturminister Oliver Dowden am Dienstag. Für den 21. Juni hatten viele Briten bereits den „Freedom Day“ ausgerufen. Masken und Abstandsregeln sollten fallen. Doch seit Wochen drängten Wissenschaftler den Premier zur Verlängerung. Nun hat auch Johnson ein Einsehen und lässt sich von der hoch ansteckenden Delta-Variante den Öffnungsplan durcheinander wirbeln.


ALGERIEN

Regierungspartei gewinnt

Algier - Bei der ersten Parlamentswahl in Algerien nach dem Sturz von Langzeitherrscher Abdelaziz Bouteflika hat die regierende Nationale Einheitsfront ihre Position als stärkste Kraft verteidigt. Nach dem vorläufigen amtlichen Wahlergebnis vom Dienstag erreichte die Partei von Staatspräsident Präsident Abdelmadjid Tebboune sowie von Ex-Präsident Bouteflika 105 von 407 Sitzen im Parlament. Im Vergleich zur letzten Wahl verlor sie dabei an Stimmen. Zweitstärkste Kraft wurde mit 78 Sitzen ein Block aus unabhängigen Kandidaten. An dritter Stelle folgte die Partei der algerischen Muslimbrüder mit 64 Sitzen. (dpa/mc)


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