• Argentinisches Tageblatt

Weltnachrichten

KANADA

Attacke auf Muslime

London - Der kanadische Premier Justin Trudeau hat den offenbar rassistisch motivierten Angriff auf eine muslimische Familie in seinem Land als Terrorakt bezeichnet. „Dies war ein Terroranschlag, geleitet von Hass, im Herzen einer unserer Gemeinschaften“, sagte Trudeau am Dienstag. Der Vorfall mit einem Auto als Tatwaffe, bei dem vier Menschen getötet wurden, hatte sich am Sonntag unweit von Toronto ereignet. Dabei hatte der 20-jährige Fahrer eines Pick-Up-Trucks fünf Mitglieder einer muslimischen Familie auf einem Gehweg angefahren. Später konnte er festgenommen werden.


NAMIBIA

Debatte um Aussöhnung

Windhuk - In Namibia hat das Parlament mit der Debatte über das geplante Aussöhnungsabkommen mit Deutschland begonnen. Premierministerin Saara Kuugongelwa wies bei der Vorstellung des Rahmenabkommens am Dienstag auf die unterschiedlichen öffentlichen Bewertungen des Dokuments hin, meinte aber: „Es ist wichtig, dass wir uns bei dieser Sache nicht spalten, sondern als Nation geeint bleiben.“ Das Parlament in der Hauptstadt Windhuk soll über das Dokument abstimmen, in dem die Bundesregierung die Verbrechen der deutschen Kolonialmacht im heutigen Namibia als Völkermord anerkennt. Danach kann es von den Außenministern beider Länder unterzeichnet werden.


RUSSLAND

Nawalny-Organisationen verboten

Moskau - Russlands Justiz hat mehrere Organisationen des inhaftierten Kremlgegners Alexej Nawalny endgültig verboten. Unter anderem die Anti-Korruptions-Stiftung FBK und die Regionalstäbe des Oppositionellen seien als extremistisch eingestuft worden, teilte das Moskauer Gericht am Mittwochabend nach rund zwölfstündiger Verhandlung mit. Nawalnys Anwälte kündigten umgehend Berufung an. Seine Unterstützer hatten das Verfahren als politisch motiviert kritisiert. Im Zusammenhang mit einem neu erlassenen Gesetz dürfen sie nun unter anderem bei der Parlamentswahl im Herbst nicht mehr antreten.


UNO

Unterstützung für Guterres

New York - Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen unterstützt die Bewerbung von UN-Generalsekretär António Guterres für eine zweite Amtszeit. Das sagte der estnische UN-Botschafter und Ratspräsident im Juni, Sven Jürgenson, am Dienstag nach einer Sitzung des mächtigsten UN-Gremiums in New York. Die Empfehlung des Rates gilt als entscheidende Hürde für den 72-Jährigen Portugiesen, um von der Vollversammlung für fünf weitere Jahre im höchsten UN-Amt bestätigt zu werden. Guterres nannte die Unterstützung des Sicherheitsrates eine „große Ehre“.

EU / BELARUS

Luftraum geschlossen

Minsk/Brüssel - Zum Ärger des Machtapparats in Belarus drückt die EU ihre bisher schärfsten Sanktionen gegen die autoritär geführte Ex-Sowjetrepublik durch. Belarussische Fluggesellschaften dürfen seit Samstag nicht mehr in den Luftraum der EU fliegen, Starts und Landungen in EU-Staaten sind verboten. Mit der Strafmaßnahme reagiert die EU darauf, dass der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko vor rund zwei Wochen eine Ryanair-Passagiermaschine auf dem Weg von Athen nach Vilnius zur Zwischenlandung in Minsk zwang. Er ließ danach den an Bord reisenden regierungskritischen Blogger Roman Protassewitsch und seine Freundin Sofia Sapega festnehmen. Beide sitzen in Haft.


FRANKREICH

Macron angegriffen

Paris - Der französische Präsident Emmanuel Macron ist bei einer Reise in Frankreich von einem Mann körperlich angegriffen worden - ein Video zeigt eine Ohrfeige. Der Élyséepalast bestätigte am Dienstag den Vorfall, sprach aber von einem „versuchten Schlag“. Die Hintergründe waren zunächst noch unklar. Medienberichten zufolge wurden zwei Menschen festgenommen. Parteiübergreifend verurteilten Politikerinnen und Politiker in Frankreich den Angriff scharf. Die Demokratie sei ins Visier genommen worden, sagte Premierminister Jean Castex.


BURKINA FASO

Entsetzen nach Anschlag

Ouagadougou - Bei einem Anschlag in Burkina Faso sind mehr als 100 Menschen getötet worden. Der „barbarische Angriff“ habe sich in der Nacht ereignet, sagte Präsident Roch Kabore am Samstagnachmittag auf Facebook. Bewaffnete hätten das Dorf Solhan in der nördlich gelegenen Sahel-Region angegriffen. Es ist der Angriff mit den meisten Todesopfern in Burkina Faso seit Jahren. Die Europäische Union verurteilte die „barbarischen und feigen Angriffe“ und bezeichnete sie als Terroranschläge. Auch UN-Generalsekretär Antonio Guterres zeigte sich erschüttert.


KANADA

Kinder-Massengrab

Genf/New York - Nach dem Fund eines Massengrabs mit Überresten von 215 Kinderleichen auf dem Gelände eines früheren Internats für Indigene in Kanada haben UN-Menschenrechtsexperten von der Regierung des Landes und dem Vatikan umfassende Aufklärung verlangt. Kanadas Premierminister Justin Trudeau rief seinerseits die katholische Kirche auf, für ihre Rolle als Betreiberin dieser Schulen Verantwortung zu übernehmen. Rosanne Casimir, Oberhaupt der Tk‘emlups te Secwepemc First Nation in der westlichen Provinz British Columbia, forderte eine öffentliche Entschuldigung des Vatikans. (dpa/mc)



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