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Weltnachrichten

ÄTHIOPIEN

Nil-Stausee gefüllt

Addis Abeba - Im Streit um den künftig größten Staudamm Afrikas hat Äthiopien nun Fakten geschaffen. „Wir haben das erste Auffüllen des Damms erfolgreich abgeschlossen, ohne andere zu stören oder zu verletzen“, teilte Regierungschef Abiy Ahmed am Mittwoch mit. Der Stausee sei mit 4,9 Milliarden Kubikmeter Wasser gefüllt worden, ohne den Wasserfluss stromabwärts zu unterbrechen, twitterte Wasserminister Seleshi Bekele. Das war nach äthiopischen Angaben durch die Regenfälle der vergangenen Wochen möglich. Nun müsse man den Bau fertigstellen und die übrigen diplomatischen Themen klären, sagte Abiy. Der Große Renaissance-Staudamm wird in Äthiopien auf dem Blauen Nil erbaut und sorgt seit Jahren für Streit zwischen Äthiopien, Ägypten und dem Sudan. Addis Abeba will mit der 4,6 Milliarden Dollar teuren Talsperre den für die wirtschaftliche Entwicklung benötigten Strom erzeugen. Ägypten, das mehr als 90 Prozent seines Wasserbedarfs aus dem Fluss deckt, befürchtet aber, dass künftig zu wenig Wasser den Nil herabfließen wird.

BULGARIEN

Borissow bleibt

Sofia - Trotz anhaltender Proteste in Bulgarien bleibt Boiko Borissow Regierungschef eines bürgerlich-nationalistischen Koalitionskabinetts. Borissow stellte am Donnerstag eine Umbildung seines Kabinetts vor. Es werde neue Minister in vier Ressorts geben, wie Borissow nach Beratungen mit seinen nationalistischen Koalitionspartnern erklärte. Die Demonstranten erklärten, dass sie trotz der Regierungsumbildung weiter den Rücktritt der gesamten Regierung fordern werden. Erst am Dienstag hatte die Regierung ein Misstrauensvotum überstanden, das die Sozialisten im Parlament im Zusammenhang mit Korruptionsvorwürfen beantragt hatten.

TSCHECHIEN

Corona-Protest

Ostrava - Rund 2000 Menschen haben in der tschechischen Industriestadt Ostrava (Mährisch-Ostrau) gegen die Corona-Politik der Regierung demonstriert. Sie forderten den Rücktritt von Gesundheitsminister Adam Vojtech und warfen dem 33-Jährigen mangelnde Kommunikation vor. Die Behörden hatten die Maskenpflicht zum 1. Juli landesweit abgeschafft, aber am vorigen Freitag in der östlichen Verwaltungsregion Mährisch-Schlesien wiedereingeführt. Zudem wurden dort Veranstaltungen ab 100 Teilnehmern untersagt. Begründet wurden die Maßnahmen mit steigenden Infektionszahlen in dem Gebiet. Landesweit gab es in Tschechien bis Donnerstag fast 15.000 bestätigte Coronavirus-Infektionen, 365 Menschen starben.

SUDAN

Al-Baschir-Prozess

Khartum - Im Sudan hat ein Verfahren gegen den gestürzten langjährigen Präsidenten Omar al-Baschir wegen des Putsches begonnen, der ihn vor 31 Jahren an die Macht gebracht hatte. Der 76-Jährige erschien am Dienstag vor Gericht in Khartum. Ihm wird vorgeworfen, die Verfassungsordnung untergraben und eine gewählte Regierung gestürzt zu haben. Bei einer Verurteilung könnte dem im vergangenen Jahr abgesetzten Al-Baschir die Todesstrafe oder lebenslange Haft drohen. Das Verfahren wurde auf den 11. August verschoben, um einen Raum mit genug Platz für alle Anwälte zu finden. Neben Al-Baschir sind etliche weitere Menschen angeklagt, darunter zwei seiner ehemaligen Vizepräsidenten.

ISRAEL

Proteste gegen Netanjahu

Jerusalem - Die israelische Polizei hat bei Protesten gegen Ministerpräsident Benjamin Netanjahu in Jerusalem 34 Menschen vorläufig festgenommen. Den Demonstranten wurden Störungen der öffentlichen Ordnung vorgeworfen. Medienberichten zufolge hatten am Dienstagabend Tausende Menschen nahe der offiziellen Residenz Netanjahus unter anderem gegen dessen Krisenmanagement in der Corona-Pandemie demonstriert. Einige von ihnen setzten am Mittwochmorgen ihren Protest fort und blockierten nach Angaben der Polizei Straßen in der Stadt. Der Ministerpräsident steht derzeit wegen seines Handelns in der Corona-Krise massiv in der Kritik. Vorgehalten werden ihm unter anderem vorschnelle Lockerungen und eine mangelnde Vorbereitung auf eine zweite Corona-Welle.

IRAK

Deutsche entführt

Bagdad/Berlin - Unbekannte haben in der irakischen Hauptstadt Bagdad die deutsche Kuratorin und Kulturvermittlerin Hella Mewis entführt. Sicherheitskräfte suchten nach der Frau, sagte ein Sprecher des irakischen Innenministeriums am Dienstag. Außenminister Heiko Maas sagte in Athen, das Auswärtige Amt habe seinen Krisenstab einberufen. Bewaffnete Männer hatten die knapp 50-Jährige laut Aktivisten am Montagabend im zentral gelegenen Stadtteil Abu Nawas in ihre Gewalt gebracht. Mewis wurde in Berlin geboren und lebt seit mehreren Jahren in Bagdad. Sie arbeitet neben ihren eigenen Projekten als freie Mitarbeiterin und Beraterin auch für das Goethe-Institut. Sie gilt als sehr erfahren und kompetent und ist eine wichtige Ansprechpartnerin in Bagdad für das Institut, das in Erbil sitzt. (dpa)

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