Weltnachrichten


NATO

Norderweiterung

Brüssel - Vertreter der 30 Mitgliedstaaten der Nato haben die für die Aufnahme von Schweden und Finnland notwendigen Beitrittsprotokolle unterzeichnet. Das bestätigten mehrere Diplomaten am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur in Brüssel. Mit den Beitrittsprotokollen wird der Generalsekretär ermächtigt, Schweden und Finnland offiziell zur Mitgliedschaft einzuladen. Bevor sie in Kraft treten können, müssen sie allerdings noch von den Mitgliedstaaten ratifiziert werden. An diesem Verfahren ist meist auch das nationale Parlament beteiligt. Schätzungen zufolge könnte es deswegen noch sechs bis acht Monate dauern, bis Finnland und Schweden tatsächlich in das Bündnis aufgenommen werden können.


ITALIEN

Regierung hält

Rom - In Italien ist eine Regierungskrise vorerst abgewendet worden. Die Fünf-Sterne-Bewegung bekannte sich am Mittwoch dazu, zunächst weiter in der regierenden Mehrheit zu bleiben. Die populistische Partei hatte die Politik der Regierung zuletzt kritisiert - etwa mit Blick auf die Lieferung von Waffen an die Ukraine und wegen Verteilung und Höhe von Hilfsgeldern in Italien. Am Mittwoch stand deshalb ein Treffen zwischen Sterne-Parteichef Giuseppe Conte und Ministerpräsident Mario Draghi an. Die Fünf-Sterne-Bewegung, die drei Minister im Kabinett Draghis stellt, befindet sich nach dem Parteiaustritt von Außenminister Luigi Di Maio und dessen Unterstützern in einer schweren Krise. Die Partei verlor Dutzende Abgeordnete.


FRANKREICH

Minister bleiben

Paris - Frankreichs Präsident Emmanuel Macron lässt die Regierung trotz seiner Schlappe bei der Parlamentswahl in den Schlüsselressorts unverändert. Im Zuge seiner am Montag vorgestellten Regierungsumbildung bleibt auch Premierministerin Élisabeth Borne auf ihrem Posten, wie der Élyséepalast in Paris mitteilte. Bruno Le Maire bleibt Wirtschafts- und Finanzminister, Gérald Darmanin Innenminister und Catherine Colonna leitet weiter das Außenministerium. Neuer Gesundheitsminister wird der Notfallmediziner François Braun, der für die Regierung bereits ein Krisenkonzept für das überlastete Gesundheitswesen erarbeitete. Macrons Bündnis hat keine Mehrheit im Parlament.

ISRAEL

Lapid im Amt

Jerusalem - Israel hat einen neuen Ministerpräsidenten: Der bisherige Außenminister Jair Lapid hat das Amt nach der Auflösung des Parlaments übernommen. Der bisherige Regierungschef Naftali Bennett bleibt vorübergehend als Vize, will bei der anstehenden Neuwahl am 1. November aber nicht mehr antreten. Lapid - früher Journalist und TV-Moderator - soll die Regierung jetzt durch die nächsten Monate führen. Als die Koalition aus acht Parteien von links bis rechts vor anderthalb Wochen ihr Scheitern eingestand, wurde auch der Wechsel an der Spitze verkündet. Im Koalitionsvertrag war vereinbart, dass Lapid bei einem vorzeitigen Aus der Regierung den Posten des Ministerpräsidenten übernimmt. Die Knesset löste sich am Donnerstag vergangener Woche auf.


UNO

Mehr Hunger

New York - Die Zahl der weltweit an Hunger leidenden Menschen ist laut Schätzungen der Vereinten Nationen (UN) im vergangenen Jahr weiter gestiegen. 2021 waren im Mittel etwa 768 Millionen Menschen von Hunger betroffen, rund 46 Millionen mehr als im Vorjahr, wie es im jährlichen Bericht zur weltweiten Versorgungslage hieß, der am Mittwoch in New York vorgestellt wurde. Die Herausforderungen, Hunger und Mangelernährung zu beenden, wüchsen, schrieben mehrere UN-Organisationen, darunter Unicef, die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO). In ihrem Bericht führten die Experten die gestiegene Zahl Hungernder auf die Corona-Pandemie, die Folgen des Klimawandels und Konflikte zurück. Zum Beispiel hätten sich die Volkswirtschaften in den von der Pandemie am stärksten betroffenen Ländern ungleich erholt - und Einkommensverluste teils gar nicht. Nach den aktuellsten UN-Zahlen von 2020 konnten sich fast 3,1 Milliarden Menschen deshalb keine gesunde Ernährung leisten. Der russische Angriffskrieg in der Ukraine birgt demnach ein weiteres Risiko, da Lieferketten wegen des Konflikts unterbrochen wurden. Die Ukraine ist unter anderem ein wichtiger Exporteur von Getreide.


ITALIEN

Tote nach Gletschersturz

Canazei - In den norditalienischen Dolomiten haben die Bergungstrupps nach dem Gletscherabbruch weitere Überreste von verschütteten Bergsteigern gefunden. Bislang bestätigten die Behörden neun Todesopfer, die an der Marmolata nahe Canazei am Sonntag von Massen aus Schnee, Eis und Geröll verschüttet wurden. Es werden immer noch Bergsteiger vermisst. Insgesamt acht Menschen wurden bei dem Unglück verletzt, darunter zwei Deutsche. Der 67 Jahre alte Mann und die 58 Jahre alte Frau liegen in Kliniken in der Provinz Belluno. Ihr Gesundheitszustand habe sich weiter verbessert, teilte der Krankenhausbetreiber am Mittwochabend mit. (dpa)


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