Weltnachrichten


FRANKREICH

Macron muss bangen

Paris - Vor der Parlamentswahl in Frankreich an den kommenden beiden Sonntagen schrumpft nach einer neuen Umfrage die Unterstützung für das Lager des frisch wiedergewählten liberalen Präsidenten Emmanuel Macron. Das linke Lager gewinnt dagegen an Zuspruch, wie die am Mittwoch veröffentlichte Ifop-Umfrage ergab. Demnach könnte das Mitte-Lager des Präsidenten im zweiten Wahlgang auf 250 bis 290 der 577 Sitze im Parlament kommen. Eine absolute Mehrheit wäre damit unwahrscheinlich. Das neue linke Bündnis mit Linkspartei, Sozialisten und Grünen käme demnach auf 195 bis 230 Sitze. Wohl keine große Rolle spielen werden die konservativ-bürgerlichen Républicains sowie Parteien am rechten Rand. Die Républicains kommen nach der Umfrage auf 40 bis 55 Sitze, das rechte Rassemblement National auf 20 bis 45 Sitze.


IRAN

Kameras entfernt

Wien - Der Iran hat 27 Überwachungskameras der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in mehreren Atomanlagen entfernt. Der Abbau fand am Donnerstag statt, wie IAEA-Chef Rafael Grossi in Wien bekanntgab. Nach diesem Schritt würden noch etwas mehr als 40 Kameras in Betrieb bleiben. „Dies bedeutet eine schwerwiegende Herausforderung für unsere Arbeit“ im Iran, sagte Grossi während einer Pressekonferenz. Der Schritt Teherans erzeuge „weniger Transparenz, mehr Zweifel und größere Unsicherheit“ in Bezug auf das iranische Atomprogramm. Vertreter Teherans hatten in den vergangenen Tagen gedroht, dass die Islamische Republik auf eine Resolution des IAEA-Gouverneursrates reagieren werde, in der das Land zur Kooperation mit der IAEA aufgerufen wurde.


VATIKAN

Reformen in Kraft

Rom - Im Vatikan ist die neue Kurienverfassung in Kraft getreten, mit der Papst Franziskus den Behördenapparat der katholischen Kirche neu ordnet. Beobachter sehen in der Reform mit dem lateinischen Titel „Praedicate Evangelium“ (Verkündet das Evangelium) einen deutlichen Reformwillen des Kirchenoberhaupts. Unter anderem können mit der seit Sonntag geltenden Verfassung Laien und damit auch Frauen Dikasterien - so etwas wie Ministerien im Vatikan - leiten. Das war zuvor lediglich Kardinälen und Erzbischöfen und damit ausschließlich Männern vorbehalten. Außerdem stellte Franziskus die Kurie mehr in den Dienst der Bischöfe in der Welt. In der neuen Verfassung sprach er von einer „gesunden Dezentralisierung“.

NIGERIA

Angriff auf Kirche

Lagos - Nach einem Angriff auf eine katholische Kirche steigt die Opferzahl im westafrikanischen Nigeria auf bis zu 100. Unter den Toten befänden sich zahlreiche Kinder sowie schwangere Frauen, sagte Oluwole Ogunmolasuyi, ein Lokalpolitiker im südwestlichen Bundesstaat Ondo, am Montag. Schwerbewaffnete Täter hatten die St. Francis Kirche am Pfingstsonntag in der Stadt Owo während eines Gottesdienstes gestürmt, wahllos auf die Gläubigen geschossen und Sprengsätze ausgelöst. „Es war barbarisch, so etwas haben wir noch nie erlebt“, sagte Ogunmolasuyi nachdem er die Kirche und ein Krankenhaus mit Verletzten besuchte. Präsident Muhammadu Buhari verurteilte den Anschlag. „Dieses Land wird niemals dem Bösen und bösen Menschen nachgeben, und die Dunkelheit wird niemals das Licht besiegen“, wurde Buhari bei Twitter zitiert.


SCHWEDEN

Regierungskrise abgewendet

Stockholm - Mitten im Streit um die Nato-Aufnahme mit der Türkei und drei Monate vor einer Parlamentswahl hat Schweden eine Regierungskrise vorerst abgewendet. Ein von den rechtspopulistischen Schwedendemokraten beantragtes Misstrauensvotum gegen Innen- und Justizminister Morgan Johansson scheiterte am Dienstag im schwedischen Parlament äußerst knapp an der nötigen Mehrheit. 174 Abgeordnete entzogen dem Minister ihr Vertrauen. 175 Stimmen wären notwendig gewesen, um Johansson zu stürzen. Für den Fall hatte Ministerpräsidentin Magdalena Andersson mit ihrem Rücktritt gedroht. Die Schwedendemokraten hatten das Misstrauensvotum angestrengt, da sie unzufrieden mit Johanssons Politik im Bereich der Kriminalität und Sicherheit sind. Schweden hat seit einigen Jahren ein Problem mit grassierender Bandenkriminalität.


ESTLAND

Regierung zerbrochen

Tallinn - Im baltischen EU- und Nato-Mitgliedsland Estland ist das Regierungsbündnis aus der wirtschaftsliberalen Reformpartei und der linksgerichteten Zentrumspartei zerbrochen. „Estland braucht gegenwärtig mehr denn je eine funktionierende Regierung auf der Grundlage gemeinsamer Werte. Die Sicherheitslage in Europa gibt mir als Premierministerin nicht die Möglichkeit, die Zusammenarbeit mit der Zentrumspartei fortzusetzen“, sagte Regierungschefin Kaja Kallas am Freitag einem Rundfunkbericht zufolge in Tallinn. Auf Vorschlag von Kallas entließ Staatspräsident Alar Karis die sieben Minister der Zentrumspartei. Vorausgegangen waren der Regierungskrise Streit und Machtkämpfe über einen Gesetzesentwurf zum Familien- und Kindergeld. (dpa/wvg)


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