Weltnachrichten


WHO

Corona-Tote

Genf - Die Corona-Pandemie hat nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 2020 und 2021 weltweit etwa 14,9 Millionen Menschen das Leben gekostet. Die Zahl umfasst sowohl verstorbene Corona-Infizierte als auch Menschen mit anderen Krankheiten oder Verletzungen, die wegen der Überlastung der Gesundheitssysteme nicht rechtzeitig behandelt werden konnten, wie die WHO am Donnerstag in Genf berichtete. Unter den Corona-Infizierten liegt die Todeszahl gemäß Meldungen der WHO-Mitgliedsländer weltweit jetzt bei etwas mehr als 6,2 Millionen.


FRANKREICH

Linksbündnis gegen Macron?

Paris - In Frankreich wird ein Linksbündnis gegen den wiedergewählten Präsidenten Emmanuel Macron für die Parlamentswahlen im Juni immer wahrscheinlicher. Die Sozialisten handelten dazu mit der Linkspartei LFI eine Abmachung zum gemeinsamen Antreten aus, wie die Partei am Mittwoch in Paris mitteilte. Die Parteispitze muss der Vereinbarung allerdings noch zustimmen. An dem Wahlbündnis unter Federführung der Linkspartei wollen sich bereits die Kommunisten und die Grünen beteiligen. Ziel ist, eine linke Mehrheit in der Nationalversammlung zu gewinnen. Damit würde der Gestaltungsraum von Präsident Macron massiv eingeschränkt. Bei seiner Wahl bekam Macron auch viele Stimmen von linken Wählern, die mit seinem Kurs nicht einverstanden sind, die Rechtsaußen-Politikerin Marine Le Pen aber verhindern wollten. Macrons Partei „La République en Marche“ (LREM) kündigte am Donnerstag an, sich zur Parlamentswahl in „Renaissance“ umbenennen zu wollen.

EU

EU-Parlament für Sperrklausel

Straßburg - Düstere Aussichten für EU-Abgeordnete kleiner Parteien: Das Europaparlament hat sich für eine Sperrklausel bei den nächsten Wahlen für das EU-Parlament ausgesprochen. Damit könnten Politiker und Mitarbeiter von Parteien wie den Freien Wählern, der Satirepartei Die Partei oder der Tierschutzpartei bei den nächsten Wahlen ihre Mandate verlieren. Das EU-Parlament einigte sich am Dienstag auf eine gemeinsame Position zur Reform des Europawahlrechts. 323 Abgeordnete stimmten in Straßburg für einen entsprechenden Gesetzesvorschlag, 262 dagegen. Dieser sieht die Einführung einer Sperrklausel von 3,5 Prozent in den bevölkerungsreichsten EU-Staaten vor. De facto würde sich aber nur etwas für Deutschland ändern: In den anderen beiden betroffenen Ländern - Frankreich und Italien - gibt es bereits eine Prozenthürde. Bevor die Pläne Realität werden könnten, müssen die EU-Staaten zustimmen.


FINNLAND

NATO-Entscheidung

Helsinki - Der finnische Präsident Sauli Niinistö will schon bald seinen eigenen Standpunkt in der Frage nach einer möglichen Nato-Mitgliedschaft seines Landes bekanntgeben. Er habe vor, seine Nato-Position spätestens am 12. Mai zu präsentieren, sagte Niinistö in einem am Samstag veröffentlichten Interview der Zeitung „Ilta-Sanomat“. An dem Tag tagen die finnischen Parlamentsfraktionen. Zwei Tage danach beabsichtigt auch die sozialdemokratische Partei von Ministerpräsidentin Sanna Marin, ihren Standpunkt darzulegen. Einen Entschluss zu einem möglichen finnischen Nato-Antrag treffen der Präsident und die Regierung letztlich gemeinsam. Vieles deutet aber darauf hin, dass Finnland in den kommenden Wochen eine Aufnahme in das Verteidigungsbündnis beantragen könnte.

PHILIPPINEN

Wahlfeiertag

Manila - Der philippinische Präsident Rodrigo Duterte hat den Tag der Präsidentenwahl (9. Mai) zum außerordentlichen Feiertag erklärt. Dies solle es den Bürgern ermöglichen, „ihr Wahlrecht ordnungsgemäß ausüben zu können“, sagte er gestern. Bei der Abstimmung am Montag ist der Sohn des früheren Diktators Ferdinand Marcos Umfragen zufolge klarer Favorit. Der wegen seines extrem harten Kampfs gegen Drogenkriminalität umstrittene Duterte darf laut Verfassung nicht für eine zweite Amtszeit kandidieren. Gewinnt Ferdinand „Bongbong“ Marcos Jr., so würde seine Familie 36 Jahre nach ihrer Vertreibung in den Malacañang-Palast in Manila zurückkehren. Das Marcos-Regime machte mit Mord, Folter und dem spurlosen Verschwinden politischer Gegner von sich reden.


NIEDERLANDE

Gedenken an Befreiung

Den Haag - Im Zeichen der Solidarität mit den Opfern des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine haben die Niederländer ihre Befreiung von der Naziherrschaft vor 77 Jahren gefeiert. Vielerorts waren am Donnerstag offizielle Vertreter der Ukraine sowie ukrainische Kriegsflüchtlinge zu Befreiungsfestivals eingeladen, die am 5. Mai traditionell in allen Provinzen des Landes stattfinden. Die Teilnehmer waren aufgerufen, der notleidenden Bevölkerung der Ukraine sowie aller Menschen weltweit zu gedenken, die auf der Flucht vor Gewalt und Krieg sind. Das seinerzeit neutrale Königreich der Niederlande war am 10. Mai 1940 von Nazi-Deutschland überfallen worden, am 5. Mai 1945 wurde es von alliierten Truppen befreit. (dpa/wvg)


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