• Argentinisches Tageblatt

Unterstützung für Macri

Frei organisierte Kundgebung zugunsten des Staatschefs

Eine Macri-Sympathisantin im Zentrum von Buenos Aires. (Foto: dpa)

Buenos Aires (AT/mc) - Balsam für die Seele von Mauricio Macri: Am Samstag versammelten sich Tausende seiner Anhänger vor dem Präsidentenpalast auf der Plaza de Mayo von Buenos Aires, um dem Staatschef nach der schweren Schlappe bei den Vorwahlen zu unterstützen. „Sí se puede“ (Ja, man kann) und „Esto se da vuelta“ (Das biegt man um) waren die Sprechchöre der zahlreichen Teilnehmer, die sich über soziale Netzwerke zu der Kundgebung verabredet hattet. Auch in anderen Städten des Landes wie Córdoba, Mar del Plata, Mendoza und Rosario gab es Manifestationen zugunsten Macris.

Auf der Plaza de Mayo wurde anders als bei Demonstrationen der Opposition der abgezäunte Bereich vor der Casa Rosada geöffnet. Der Staatschef, der von der Kundgebung überrascht wurde, zeigte sich seinen Anhängern auf dem Balkon des Präsidentenpalastes, neben ihm seine Gattin Juliana Awada. Dies hatte er bislang nur nach seiner Amtsanführung im Dezember 2015 gemacht.

Bei seiner improvisierten Ansprache ohne Mikrophon erklärte Macri: „Dreieinhalb Jahre sind wenig, um den Wandel herbeizuführen, der nötig ist. Machen wir gemeinsam weiter. Wir können besser sein.“ Macri bemühte sich zudem, Optimismus für die eigentlichen Wahlen am 27. Oktober zu verbreiten: „Wir werden das Blatt wenden.“ Schließlich sind bei den Vorwahlen im August nur die Kandidaten gekürt worden, die sich dann im Oktober um das höchste Staatsamt bewerben.

Auf der Plaza de Mayo waren auch zahlreiche Plakate zu sehen, die sich gegen das Kirchner-Lager richteten: Die Slogans reichten von „Cristina ins Gefängnis“ bis hin zu dem Wunsch, dass die Ex-Präsidentin und ihre Mitstreiter niemals wieder an die Macht gelangen mögen. Kirchner kandidiert an der Seite von Präsidentschaftskandidat Alberto Fernández für das Amt der Vizepräsidentin. Beide erreichten bei den Vorwahlen 47,6 Prozent der Stimmen. Macri und sein Vize-Kandidat Miguel Ángel Pichetto mussten sich mit 32 Prozent begnügen.

Hauptinitiatoren der Kundgebung waren der Schauspieler Luis Brandoni und der Filmregisseur Juan José Campanella, die nach der Wahlniederlage vor knapp drei Wochen den Hashtag #24AYoVoy in den sozialen Netzwerk verbreiteten - offensichtlich, ohne dass der Präsident oder seine Berater der Aktion größere Bedeutung zugemessen hätten. Macri war am Samtstag zunächst in Santa Fe anlässlich einer Gedenkveranstaltung zum 25. Jahrestag der Verfassungsreform. Wie die Zeitung „La Nación“ berichtet, entschied er dann kurzfristig, sich zur Plaza de Mayo zu begeben, nachdem ihn zahlreiche Fotos und Videos von dem Menschenauflauf vor der Casa Rosada erreicht hatten.

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