TV-Debatte in Brasilien

Bolsonaro und Lula streiten über Korruption

Brasilien
(V.l.n.r.): Felipe Dávila (Novo), Luiz Inácio Lula da Silva (PT), Simone Tebe (MDB), Jair Bolsonaro (PL), Soraya Thronicke (Unão Brasil) und Ciro Gomes (PDT). (Foto: Bruno Santos/Folhapress)

São Paulo (dpa) - Wenige Wochen vor der Präsidentenwahl in Brasilien haben sich Amtsinhaber Jair Bolsonaro und der gegen ihn antretende Ex-Staatschef Luiz Inácio Lula da Silva in einer Fernsehdebatte gegenseitig schwer beschuldigt. Bolsonaro sagte, dass die Lula-Regierung die korrupteste in der Geschichte Brasiliens gewesen sei, wie im brasilianischen Sender “Band” am Sonntagabend zu sehen war. “Wozu wollen Sie zurückkehren? Um weiter das Gleiche zu machen wie bei Petrobras?”, fragte er Lula mit Blick auf die Schmiergeldaffäre um den halbstaatlichen Ölkonzern.

Lula zählte die Anti-Korruptionsmaßnahmen während seiner Amtszeit auf und verwies auf den Kampf gegen die Armut und die Schaffung von Arbeitsplätzen. “Dieses Land, das ich regiert habe, ist ein Land, das der derzeitige Präsident zerstört.”

Brasilien wählt Anfang Oktober den nächsten Präsidenten, der rechte Amtsinhaber Bolsonaro tritt gegen den linken Ex-Staatschef Lula an. In den Umfragen liegt Bolsonaro allerdings deutlich zurück.

Lula regierte Brasilien von Anfang 2003 bis Ende 2010. Mit Sozialprogrammen holte er Millionen Menschen aus der Armut. Auch wirtschaftlich boomte Brasilien. Allerdings verbreitete sich in der größten Volkswirtschaft der Region auch die Korruption weiter. 2018 wurde Lula wegen Korruption und Geldwäsche zu einer gut zwölfjährigen Haftstrafe verurteilt. Im vergangenen Jahr hob der oberste Gerichtshof das Urteil auf. Lula erhielt seine politischen Rechte zurück und ging wieder in die Politik.



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