• Argentinisches Tageblatt

Trump-Kandidat wird BID-Präsident


Mauricio Claver Carone. (Foto: Alchetron)

US-Präsident Donald Trump hat die bisher geltende Regel gebrochen, dass der Präsident der Interamerikanischen Entwicklungsbank (BID ein Lateinamerikaner sei, und seinen Mann, den in Miami geborenen Anwalt Mauricio Claver Carone aufgestellt und mit 66,8% der Stimmen durchgesetzt, bei 31,23% Enthaltungen. Der 44 Jahre alte Claver Carone ist ein US-Bürger kubanischer Abstammung, womit er Lateinamerika auch nahe liegt. Er war vorher schon US-Vertreter beim IWF, ist eng Verbunden mit dem republikanischen Senator Marco Rubio und vertritt wie dieser die harte Linie gegenüber Kuba und Venezuela. Der bisherige Präsident, der Kolumbianer Luis Alberto Moreno hatte das Amt während insgesamt 15 Jahren besetzt, und das letzte Mal bei der Abstimmung 96% der Stimmen erhalten.

Argentinien hatte den Posten für den Staatssekretär im Präsidialamt, Gustavo Beliz, beansprucht, der vorher schon Beamter des BID gewesen war, und hoffte dabei, die Zustimmung von Mexiko zu erhalten. Doch Präsident Andrés Manuel López Obrador, der ideologisch Cristina Kirchner nahe steht und in der Puebla-Gruppe mit Argentinien mitmacht, wollte einen Konflikt mit den Vereinigten Staaten vermeiden, nachdem der weitaus größte Teil der mexikanischen Exporte für seinen nördlichen Nachbarn bestimmt ist, und er gelegentlich auf den guten Willen der US-Regierung angewiesen ist. Und Jair Bolsonaro und die Präsidenten von Uruguay und Paraguay waren auch nicht bereit, den argentinischen Kandidaten zu unterstützen. Sie misstrauen der argentinischen Regierung, und vor allem Cristina.

Die Vereinigten Staaten besitzen 30% das BID-Kapitals, Lateinamerika hält 50,01%, wobei 11 Prozentpunkte davon auf Argentinien entfallen. Der Rest des Kapitals entfällt auf europäische Staaten, China, Japan u.a. Insgesamt sind 48 Staaten am BID beteiligt, doch Kredite erhalten nur die lateinamerikanischen. Argentinien muss von der BID unmittelbar u$s 4 Mrd. erhalten, deren Auszahlung bei Krediten von u$s 9,21 Mrd. noch fehlt. Die Interamerikanische Entwicklungsbank erhält gegenwärtig eine besondere Bedeutung, nachdem Argentinien zunächst keine Staatstitel auf dem internationalen Finanzmarkt unterbringen kann und nur ausnahmsweise Kredite von ausländischen Banken erhält.

Bevor die Devisenreserven sich erschöpfen

Von Juan E. Alemann

Lesen Sie mehr darüber in der vollständigen Online-Ausgabe.

In der Online-Ausgabe des Argentinischen Tageblatts finden Sie weitere

Artikel, Bilder und Information.

Sie können auch auf

unser Archiv zugreifen.

ZWEI MONATE GRATIS-TESTABO.

Abonieren Sie hier!


1 vista

© 2019 Tageblatt - All rights reserved

  • White Twitter Icon
  • White Facebook Icon
  • White Instagram Icon