• Argentinisches Tageblatt

Triumph für Schiaretti

Actualizado: 28 de may de 2019

Córdobas Gouverneur eindrucksvoll im Amt bestätigt

Wahlsieger Juan Schiaretti. (Foto: dpa)

Buenos Aires (AT/mc/jea) - Triumph für den Amtsinhaber: Bei den Wahlen in der Provinz Córdoba hat Juan Schiaretti seinen Gouverneursposten souverän verteidigen können. Der Peronist konnte rund 54 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen. Für die Nationalregierung war der Urnengang in der bevölkerungsmäßig zweitgrößten Provinz des Landes ein herber Rückschlag: Ihr Kandidat, der Radikale Mario Negri, brachte es nur auf 17,8 Prozent. Zur Erinnerung: Bei der Stichwahl um die Präsidentschaft 2015 gab gerade die Provinz Córdoba den Ausschlag, dass sich Mauricio Macri gegen seinen peronistischen Gegenkandidaten Daniel Scioli durchsetzte.

Dass die Differenz bei den Wahlen am Sonntag so deutlich ausfiel, lag auch daran, dass der in Córdoba traditionell starke Radikalismus getrennt antrat. Neben Negri kandidierte auch Ramón Mestre, der bisherige Bürgermeister der Stadt Córdoba, der knapp elf Prozent erzielte. Mestre stammt wie Negri politisch aus der Radikalen Bürger Union (UCR).

Eine Zäsur gab es in der Stadt Córdoba: Dort gewann mit Martín Llaryora erstmals seit 1998 wieder ein Peronist. Er löst den Radikalen Ramón Mestre ab, der nicht noch einmal antreten konnte. Llaryora setzte sich gegen den einstigen Bürgermeister Luis Juez sowie gegen Mestres Parteifreund Rodrigo de Loredo durch. Llaryoras Erfolg komplettierte den Erfolg der Peronistischen Partei in der Córdoba.

Schiaretti widmete den Erfolg seinem Amtsvorgänger und Parteifreund José Manuel de la Sota, der im September vorigen Jahres bei einem Autounfall ums Leben kam. „Er kann körperlich nicht mehr hier sein, aber er begleitet uns doch immer.“

Schiaretti präsentierte sich in seiner Rede als moderate Alternative zu Mauricio Macri und Cristina Fernández de Kirchner: „Die Menschen in Córdoba wollen gemäßigte Politik.“ Und weiter: „Wir wollen die Kluft, die uns teilt, nicht mehr. Sie schadet dem Land“, formulierte der Wahlsieger. Er betonte den Wert der Pressefreiheit und der Gewaltenteilung und sprach sich für einen „republikanischen Peronismus“ aus. Der Gouverneur nannte zudem einen ausgeglichenen Haushalt als fiskalpolitisches Ziel. In Córdoba sei der Staat keine Belastung für den Privatsektor der Wirtschaft. Stattdessen habe man die Rolle des Staates als Garanten für die soziale Gerechtigkeit verstärkt.

Schiaretti begann seine Karriere als Wirtschaftler in der Stiftung Fundación Mediterranea, aus der Domingo Cavallo als Wirtschaftsminister (1991/1996) hervorging. Schiaretti wurde Staatsekretär für internationale Wirtschaftsbeziehungen, später dann Staatsekretär für Industrie und Handel. Letzteres Amt übte er fünf Jahre lang aus.

In Córdoba war Schiaretti Mitarbeiter von José Manuel de la Sota. Er hat ein sehr technisches Profil und war in der Politik eher ein Außenseiter. Wäre De la Sota noch am Leben, wäre wohl dieser und nicht Schiaretti bei den aktuellen Wahlen zum Gouverneur gewählt worden.

Schiaretti ist nun nach seinem großen Wahlsieg zu einem der wichtigsten Politiker des Landes aufgestiegen. Er wird dabei auch als Präsidentschaftskandidat für die nicht kirchneristischen Peronisten genannt, die sich in der „Föderalen Alternative“ “zusammengeschlossen haben. Auf alle Fälle hat Schiaretti in dieser Gruppe jetzt große Bedeutung.

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