Trauer um Star-Regisseur Petersen

Der Meister hinter dem Film „Das Boot“

Petersen
Einer ihrer Großen ist tot: Die Filmwelt trauert um den deutschen Star-Regisseur Wolfgang Petersen. (Foto: dpa)

Los Angeles/Berlin (dpa) - Die Filmwelt hat mit Trauer und Bestürzung auf den Tod des Star-Regisseurs Wolfgang Petersen reagiert. „Danke, Wolfgang, für die vielen Tage und Stunden, die ich mit Dir verbringen durfte“, schrieb Schauspieler Jürgen Prochnow am Mittwoch in einem Statement. Die beiden hatten zusammen den legendären Film „Das Boot“ gedreht. Petersen, Regisseur von Filmen wie „Outbreak“, „Air Force One“ und „Der Sturm“, starb im Alter von 81 Jahren an Bauchspeicheldrüsenkrebs, wie seine Assistentin am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Er sei vergangenen Freitag friedlich im Kreis seiner Familie in seinem Haus in Brentwood, einem Teil von Los Angeles, gestorben. Seine Frau Maria war an seiner Seite.

Stars wie Clint Eastwood, Dustin Hoffman, Harrison Ford, George Clooney, Brad Pitt, Diane Lane und Glenn Close hatten mit dem deutschen Hollywood-Regisseur gedreht. Für die Filmwelt kam sein Tod überraschend. Sie habe eine „besondere Erinnerung“ an die Dreharbeiten mit Petersen für den Film „Air Force One“, schrieb Glenn Close in einer Mitteilung. Obwohl das Skript packend und unglaublich intensiv war, hätten sie sehr viel gelacht. „In meiner Erinnerung war er ein Mann voller Lebensfreude, der das tat, was er am meisten liebte“, würdigte der Hollywood-Star den Regisseur. In dem Action-Thriller „Air Force One“ (1997) spielte Harrison Ford einen fiktiven US-Präsidenten und Close seine Vize-Präsidentin.

„Mein Herz ist heute traurig“, schrieb Diane Lane in einer Mitteilung laut „Deadline.com“. „Wolfgang war eine große, liebevolle Seele“. Mit seiner positiven Unterstützung habe er allen bei den Dreharbeiten geholfen. Durch ihn sei sie zu einer besseren Schauspielerin geworden, würdigte Lane den Regisseur. Petersen hatte sie im Jahr 2000 an der Seite von George Clooney und Mark Wahlberg für das Schiffsuntergang-Drama „Der Sturm“ vor die Kamera geholt.

Der in Emden geborene und in Hamburg aufgewachsene Regisseur lernte sein Handwerk an der deutschen Film- und Fernsehakademie in Berlin. 1971 hatte er gleich mit dem „Tatort“-Krimi „Blechschaden“ Erfolg. Die Folge „Reifezeugnis“ (1977) mit Nastassja Kinski machte ihn und die junge Darstellerin über Nacht berühmt. Zum Tabubrecher wurde Petersen 1977 mit dem Kinofilm „Die Konsequenz“, der von einer homosexuellen Liebe handelt.

Das Kino-Epos „Das Boot“ (1981) über die Besatzung eines deutschen U-Boots im Zweiten Weltkrieg, mit Jürgen Prochnow und Herbert Grönemeyer, bahnte Petersen den Weg nach Hollywood. Der Film wurde mit sechs Oscar-Nominierungen, darunter für Regie und adaptiertes Drehbuch, bedacht. Mit dem Fantasy-Märchen „Die unendliche Geschichte“ (1984) landete Petersen einen weiteren Kassenhit, gefolgt von dem Science-Fiction-Film „Enemy Mine“ (1985), alle bei Bavaria Film nahe München gedreht.

Seit 1987 lebte der Regisseur mit seiner Frau in Los Angeles. Dort holte er Hollywood-Stars wie Clint Eastwood („In the Line of Fire“), Dustin Hoffman („Outbreak“), Harrison Ford („Air Force One“), George Clooney („Der Sturm“) und Brad Pitt („Troja“) vor die Kamera.


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