Tragödie in Corrientes

Brände bedrohen Iberá-Naturpark

Corrientes
Brennende Flächen im Iberá-Naturpark. (Foto: dpa)

Corrientes (dpa/mc) - Angesichts der verheerenden Brände in der Provinz Corrientes hat der zuständige Gouverneur Gustavo Valdés die US-Regierung um Hilfe gebeten. „Da Corrientes mehr Ressourcen benötigt, um die Brandkatastrophe zu meistern, habe ich die Vereinigten Staaten über ihren Botschafter in Argentinien um Unterstützung gebeten“, schrieb der UCR-Politiker in der Nacht auf Sonntag auf Twitter. Brasilien hatte am Wochenende bereits Feuerwehrleute und Löschfahrzeuge nach Corrientes geschickt.

Nach Angaben der Nationalregierung wurden bis dahin 7852 Quadratkilometer Wald, Weideflächen und Sumpfgebiete verbrannt - das entspricht fast einem Zehntel der gesamten Fläche der Provinz Corrientes. Zahlreiche Feuerwehrleute, Soldaten und Polizisten kämpfen gegen die Flammen. Mehrere Löschflugzeuge kamen zum Einsatz. Die Regierung schätzt den wirtschaftlichen Schaden der Brände bislang auf 20 Milliarden Peso.

Experten sind von der Geschwindigkeit überrascht, mit der das Feuer voranschreitet. Zuletzt verbrannten pro Tag etwa 300 Quadratkilometer in der Region. Davon ist auch die Fauna betroffen, weil die Tiere nicht schnell fliehen oder von Rauch und Feuer eingeschlossen werden. „Wir haben tote Wasserschweine, Kaimane und andere Tierarten gefunden“, sagte Talía Zamboni, Koordinatorin der Wiederansiedlung gefährdeter Tierarten bei der Stiftung „Rewilding Argentina“ der Deutschen Presse-Agentur. Man zähle derzeit viele Brandherde an verschiedenen Orten in Corrientes, so die Expertin.

Sie führt die Brände unter anderem auf die extreme Trockenheit in diesem Sommer zurück. Selbst Sümpfe seien ausgetrocknet, und eine Unachtsamkeit reiche, dass sich trockenes Material entzündet. Aber das Feuer wird auch zum Reinigen und Erschließen neuer Flächen genutzt.

Von dem Fächenbrand ist auch der Nationalpark Esteros del Iberá betroffen. Besonders in Cambyretá und San Nicolás verschärfe sich die Situation. Auf Videos war zu sehen, wie Kaimane und Pumas vor den Flammen fliehen.

Die Iberá-Feuchtgebiete, eine Mischung aus Sumpf, Moor, Seen und Lagunen im Grenzgebiet zu Paraguay und Brasilien, sind unter anderem durch den verstorbenen US-Multimillionär und -Umweltschützer Douglas Tompkins international bekannt geworden, auf den „Rewilding Argentina“ zurückgeht. Zu der Wiederansiedlung von Jaguaren beglückwünschte Hollywoodstar Leonardo DiCaprio, der auch schon in Argentinien drehte, das Land. Die Rückkehr der Jaguare habe für das Ökosystem des Iberá-Nationalparks eine so wichtige Bedeutung wie die der Wölfe im Yellowstone Nationalpark in den Vereinigten Staaten, befand er.


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