• Argentinisches Tageblatt

Thüringen trifft auf Buenos Aires

Landtagsdelegation für politischen Dialog in Argentinien und Uruguay

Von Antje Waldschmidt

Botschafter Jürgen Christian Mertens (links) mit der nationalen Abgeordneten Cornelia Schmidt-Liermann (Mitte) und dem Landtagsabgeordneten Henry Worm (2.v.rechts). (Foto: Deutsche Botschaft)

Buenos Aires (AT) - Am Montagabend lud der deutsche Botschafter Jürgen Christian Mertens eine siebenköpfige Delegation aus Thüringen zum Empfang in seine Residenz in Buenos Aires. Die Thüringer Landtagsabgeordneten der CDU und Vertreter der freien Wirtschaft trafen dort auf argentinische Abgeordnete, um einen politischen Dialog zu führen.

Initiiert wurde das Treffen im Rahmen eines Regionalprogramms zur Parteienförderung und Demokratie in Lateinamerika von der Konrad Adenauer Stiftung (KAS). „Wir haben den Auftrag in der Region unsere Partnerparteien - Parteien der Mitte - untereinander zu vernetzen, sodass sie voneinander lernen“, sagte Sören Soika von der KAS Montevideo.

Sowohl in Thüringen als auch in Argentinien und Uruguay finden am 27. Oktober Wahlen statt. Landtagswahlen in Thüringen, Nationalwahlen hier. Es gehe darum, dass bestimmte Herausforderungen ähnlich sind, so Soika. Politische Parteien der Mitte gerieten von den beiden Extremen populistischer Kräfte immer mehr unter Druck. „Es gilt die Frage zu klären: Sind diese Situationen vergleichbar? Wie gehen wir damit um? Wie können wir diese Tendenzen wieder umkehren?“, so Soika. Außerdem wolle man konkrete Kontakte zwischen Deutschland und Argentinien, ebenso wie zu Uruguay knüpfen.

Dieses Anliegen ist dem thüringischen Abgeordneten Henry Worm sehr wichtig. Für ihn und seine Kollegen ist es nicht die erste Reise nach Südamerika. Worm hat bereits mehr als die Hälfte der Länder des Kontinents bereist. „Das Problem ist, dass wir in Deutschland sehr wenig über Südamerika wissen und in den Medien erfahren. Wir sprechen viel von der globalisierten Welt: Ich denke, es ist an der Zeit, dafür auch etwas zu tun.“ Ziel sei es daher, diesmal nicht nur mit Politikern zu sprechen, sondern auch mit Wirtschaftsvertretern. Das erklärt, warum neben den Thüringer Abgeordneten auch Wirtschaftsvertreter, wie jene vom deutschen Pumpenhersteller „Wilo“, die Delegation begleiten. „Wir wollen ganz konkret Projekte umsetzen, wie Städtepartnerschaften und Partnerschaften mit Landkreisen“, so Worm.

Worm hat dafür bereits die Stadt Villa General Belgrano besucht, mit der eine Partnerschaft eingegangen werden soll. Weitere Städtepartnerschaften sind mit Nueva Helvecia und eine Absichtserklärung mit Colonia del Sacramento geplant. Die Delegation reiste dafür von Dienstag bis Donnerstag nach Uruguay. Am heutigen Freitag geht es wieder zurück nach Paraná. Dort werden weitere Gespräche mit Kommunalpolitikern und Bürgermeistern der Region stattfinden, die an Partnerschaften interessiert sind.

„Bisher gibt es nur wenige Beziehungen zu Südamerika. Das wollen wir ändern“, so Worm. Eine der wenigen bereits existierenden Städtepartnerschaften ist die seit 1993 bestehende zwischen Erfurt und San Miguel de Tucumán. Doch aufgrund der Wirtschaftskrise in Argentinien schlief diese über die Jahrtausendwende ein. Erst vor Kurzem wurde sie wieder aufgefrischt. „Solche Partnerschaften leben auch immer durch die Leute, die sich dafür einsetzen und stark machen“, betonte Worm.

Botschafter Mertens lobte beim Empfang am Montag das Programm der KAS. „Diese Programme politischer Stiftungen tragen dazu bei, die Demokratie zu festigen und fördern gleichzeitig die guten Beziehungen unserer Länder.“ Bei Asado und vegetarischen Häppchen intensivierten die deutschen und argentinischen Abgeordneten ihren Dialog. Als besondere Aufmerksamkeit überreichte Worm einem argentinischen Partner und Trikotsammler das Trikot von Rot-Weiß Erfurt.

Am Sonntag wird die Thüringer Delegation nach einer Woche des politischen Dialogs wieder zurück nach Deutschland reisen.

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