• Argentinisches Tageblatt

Teurer Wahltestlauf

Actualizado: 20 de ago de 2019

Vorwahlen: Keine bündnisinternen Alternativen

Die Argentinier sind am Sonntag aufgerufen, zu den Wahlurnen zu gehen. (Archivbild AT)

Buenos Aires (AT/mc) - Argentinien steckt seit Längerem in einer schwierigen Wirtschaftskrise. Dennoch leistet sich das Land an diesem Sonntag einen rund 4,5 Milliarden Pesos teuren Urnengang, der - zumindest was das Präsidentschaftsrennen angeht - lediglich den Wert einer staatlich verordneten Umfrage hat.

Denn eigentlich waren die Vorwahlen (PASO) geschaffen worden, damit die Wahlbündnisse ihre Kandidaten ermitteln. Da aber alle Allianzen nur jeweils ein Bewerber-Duo den Wählern anbieten, gibt es nicht viel zu entscheiden. Um sich für die eigentlichen Wahlen am 27. Oktober zu qualifizieren, muss lediglich die Hürde von 1,5 Prozent übersprungen werden.

Für 18- bis 70-Jährige besteht Wahlpflicht. 16- bis 18-Jährige und Menschen, die über 70 Jahre alt sind, können hingegen frei entscheiden, ob sie wählen gehen.

Folgt man den jüngsten Umfragen, geht der erste Platz an das oppositionelle Bewerber-Tandem von Alberto Fernández als Präsidentschafts- und Cristina Fernández de Kirchner als Vizepräsidentschaftskandidatin. Laut einer in der Zeitung „Clarín“ veröffentlichten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Management & Fit (M&F) bringen es die Bewerber vom Bündnis „Frente de todos“ (Bündnis von allen) auf 41,2 Prozent der Stimmen. Amtsinhaber Mauricio Macri und sein Vizekandidat Miguel Ángel Pichetto, die für das Bündnis „Juntos por el cambio“ (Gemeinsam für den Wandel) antreten, folgen dahinter mit 39,2 Prozent.

Allen weiteren Bewerbern werden hingegen nicht viele Chancen eingeräumt. Ex-Wirtschaftsminister Roberto Lavagna und sein Vize-Kandidat Juan Manuel Urtubey (Föderaler Konsens) schaffen es mit 10,8 Prozent noch knapp in den zweistelligen Bereich. José Luis Espert und Luis Rosales (Bündnis „Erwachen“) sowie Nicolás del Caño und Romina del Plá vom Linksbündnis erreichen mit 3,6 bzw. 2,0 Prozent der Stimmen zumindest noch die Hauptwahlen. Alle weiteren Bewerber verfehlen hingegen die 1,5-Prozent-Marke.

Sollte sich das prognostizierte Ergebnis bei den Hauptwahlen im Oktober wiederholen, käme es im November zu einer Stichwahl zwischen Macri und Fernández. Bei dieser hätte laut der Umfrage dann der Amtsinhaber mit 45,4 Prozent knapp die Nase vor gegenüber dem Herausforderer, der auf 43,7 Prozent taxiert wird.

Seit März dieses Jahres hat der Präsident in den Umfragen kontinuierlich aufgeholt. Dies liegt vor allem in der seitdem bestehenden Stabilität des Pesos im Vergleich zum Dollar sowie in der (relativen) Eindämmung der Inflation begründet.

Vorwahlen stehen am Sonntag auch für die Bürgermeisterwahlen in der autonomen Hauptstadt sowie für die Gouverneurswahlen in der Provinz Buenos Aires und in Catamarca an. Santa Cruz kürt übermorgen hingegen bereits seinen Verwaltungschef.

In der Hauptstadt bewirbt sich Macris Parteifreund Horacio Rodríguez Larreta um eine Wiederwahl als Regierender Bürgermeister. Hauptherausforderer ist Matías Lammens. Der Vorsitzende des Fußballclubs San Lorenzo tritt für das „Bündnis von allen“ an. In der Provinz Buenos Aires will Gouverneurin María Eugenia Vidal ihr Amt verteidigen. Die Parteigängerin von Mauricio Macri hat es vor allem mit dem Kirchner-treuen Ex-Wirtschaftsminister Axel Kicillof zu tun.

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