• Argentinisches Tageblatt

Steuerreformen in letzter Minute

Die Zeitung “La Nación” berichtet als einziges Presseorgan in ihrer Ausgabe vom Mittwoch über eine Reihe von Gesetzesprojekten über Steuerthemen, die die Regierung angeblich noch vor den Wahlen im Kongress einbringen wird. Das klingt merkwürdig, weil der Kongress diese Projekte erst nach dem Regierungswechsel behandeln würde, wobei sie dann jedoch, sollte Alberto Fernández Präsident werden, voraussichtlich an die Exekutive zurückgegeben werden, die sie bestätigen kann (was unwahrscheinlich ist), oder in einem neuen Projekt mit Änderungen aufnehmen kann, oder die ganze Reform in den Papierkorb werfen kann. Das ganze klingt eher nach Wahlpropaganda, da es nur Macri verpflichtet, sollte er wiedergewählt werden.

Es handelt sich konkret um folgendes:

  1. Während drei Jahren sollen Investitionen von mindestens u$s 10 Mio. eine beschleunigte Amortisation und andere (nicht angegebene) Steuervergünstigungen genießen.

  2. Kleine und mittlere Unternehmen (Pymes) sollen Investitionen in 2 Jahren amortisieren können.

  3. Bei Infrastrukturinvestitionen und neuen Immobilien soll die Amortisationsperiode halbiert werden.

  4. Produktive Investitionen, die in die industrielle Kategorie 4.0 eingestuft werden, sollen 10% der Investition auf die Gewinnsteuer anrechnen können.

  5. Bei neu angestellten Arbeitnehmern, die die Belegschaft eines Unternehmens entsprechend erhöhen (also nicht durch Entlassungen ausgeglichen werden), soll während eines Jahres der Unternehmerbeitrag zu den Pensionskassen erlassen und für das 2. Jahr halbiert werden. Das soll angeblich 400.000 neue Arbeitsplätze schaffen.

  6. Es wird ein einheitliches Steuerkonto geschaffen, das die Verrechnung von Saldi bei Steuern, Zöllen und Sozialabgaben erlaubt. Bisher ist dies nicht erlaubt.

  7. Bei der Einheitssteuer soll ein System geschaffen werden (benannt Monotributo Plus), das den Übergang von diesem System auf das allgemeine Steuersystem erleichtert.

  8. Die Vorschüsse auf die Gewinnsteuer sollen vereinheitlicht werden, mit Raten von 10% von Anfang an, statt jetzt 25% als erste Rate und 8,33% bei den Folgenden.

  9. All dies klingt noch, wie wenn es nicht zu Ende studiert worden wäre. Es handelt sich eben im Wesen nur darum, zu zeigen, in welche Richtung Macri in einer zweiten Amtszeit gehen würde.

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