• Argentinisches Tageblatt

Stark zunehmende Produktion und Exporte von Rindfleisch

Der Rinderbestand hat 2018 um 6% zugenommen, die Schlachtungen waren 13% höher als 2017, die Rindfleischproduktion stieg um 14%, und die Exporte nahmen in Tonnen um 134% und in Dollar um 82% zu, teilt die Kammer der Industrie und des Handels von Rindfleisch, CICCRA, mit.

2018 wurden in Argentinien 6 Mio. Tonnen der vier wichtigsten Fleischarten (Rinder, Schweine, Schafe und Geflügel) erzeugt. Davon entfällt etwa die Hälfte auf Rindfleisch. Die starke Zunahme der Produktion von Geflügel- und Schweinefleisch, die in den letzten drei Jahrzehnten stattgefunden hat, erlaubt jetzt einen höheren Rindfleischexport, ohne die Ernährung der Bevölkerung zu beeinträchtigen, wobei der interne Rindfleischkonsum von 80 kg, und Ende der 80er Jahre sogar 90 kg pro Kopf, auf jetzt knapp über 50 kg pro Kopf und Jahr gefallen ist. Die Kontingentierung der Rindfleischexporte, die Handelssekretär Guillermo Moreno unter der Regierung von Cristina Kirchner eingeführt hat, hat den Übergang von Rindfleisch auf andere Fleischarten behindert, da Rindfleisch dabei wegen hohem Angebot auf dem Binnenmarkt künstlich verbilligt wurde. Das hat die Aufstockung des Bestandes behindert, einen unlauteren Wettbewerb gegenüber Hühner- und Schweinefleischproduzenten geschaffen, und beiläufig anderen Ländern, wie Brasilien und Uruguay erlaubt, ihren Rindfleischexport stark zu erhöhen.

Macri hat diese Kontingentierung und auch den Exportzoll auf Rindfleisch sofort abgeschafft, was sogleich die Aufstockung, die Produktion und den Export stark angespornt hat. Doch zwischen der Erhöhung des Bestandes und der höheren Fleischproduktion vergehen gut zwei Jahre, so dass das Ergebnis dieser Politik erst 2018 und danach zum Ausdruck kommt.

Dieses Jahr wird erwartet, dass der Rindfleischexport einen Anteil von 25% an der Produktion erreicht, erklärte der Experte Victor Tonelli. 2018 wurden 555.503 Tonnen Rindfleisch exportiert, was 18,2% der gesamten Rindfleischproduktion darstellt. Im Januar 2019 waren es 32.765 Tonnen, 38,8% über dem gleichen Vorjahresmonat. Hochgerechnet auf 12 Monate wären es fast 400.000 Tonnen. Doch es wird erwartet, dass es viel mehr werden. Das ist noch weit entfernt von den 770.000 Tonnen, die noch 2005 erreicht wurden, aber es ist viel mehr als zur Zeit der Regierung von Cristina Kirchner (2007/15), als es jährlich nur um die 200.000 Tonnen waren.

Die Tatsache, dass China in den letzten Jahren als großer Käufer aufgetreten ist, erleichtert den Rindfleischexport. Hinzu kommt jetzt, dass die Vereinigten Staaten den Import von gekühltem Rindfleisch wieder zugelassen haben, der 17 Jahre lang gesperrt war, obwohl der Ausbruch eines einzigen Falles von Maul- und Klauenseuche im Jahr 2001, in der Provinz Corrientes, bald überwunden wurde und die Zwangsimpfung sofort wieder eingeführt wurde, so dass es schon 2003 keine Rechtfertigung für die US-Importsperre gab. Doch unter den Kirchners, die politisch Stellung gegen die USA bezogen hatten, hatte die US-Regierung kein Interesse, den Fall zu lösen. Argentinien kann jetzt Qualitätsfleisch nach den USA und der EU exportieren, und billige Fleischarten und Nebenprodukte nach China.

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