• Argentinisches Tageblatt

Sieben schwerreiche Argentinier

Die US-Wirtschaftszeitschrift Forbes veröffentlicht jährlich die Liste der reichsten Menschen der Welt, zu denen dieses Jahr 2.152 gehören. Die Berechnung der Vermögen beruht zum großen Teil auf theoretischen Schätzungen, die u.a auf Börsenwerten beruhen, die stark schwankend sind. Die Liste nimmt auch sieben Argentinier auf, von denen der erste allerdings erst auf Platz 478 erscheint. Dabei handelt es sich in manchen Fällen um Familienvermögen, an denen auch andere Personen beteiligt sind. Trotz der vielen Krisen, der andauernden Inflation und den vielen Problemen, die die Unternehmen in Argentinien hatten, konnten sich viele gut entwickeln und ihre Inhaber zu sehr reichen Leuten machen. Keiner der hier aufgeführten gehört zu den traditionellen reichen Familien des Landes, deren Vermögen auf landwirtschaftlichen Besitz aufgebaut war. Im Einzelnen handelt es sich um folgende Persönlichkeiten:

  • Paolo und Gianfelice Rocca: mit zusammen u$s 4,1 Mrd. Sie kontrollieren den Techint-Konzern, den Paolo effektiv leitet, während Gianfelice sich um das Familienvermögen kümmert. Großvater Agostino Rocca hatte den Konzern 1948 in Argentinien gegründet, zunächst als Montageunternehmen, dann als Unternehmen für öffentliche Bauten, und dann war der Konzern auch zunehmend auf anderen Gebieten tätig. Eine der ersten Fabriken war LOSA, die als erstes Unternehmen in Argentinien hohle Ziegelsteine herstellte, was von vornherein ein sicheres und gutes Geschäft war. Techint errichtete eine Fabrik für nahtlose Stahlröhren in Campana, und übernahm in den 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts das staatliche Stahlwerk Somisa, dessen Kapazität in kurzer Zeit verdoppelt wurde, wobei in kurzer Zeit der Verlust von damals ca. u$s 1 Mio. täglich verschwand und Gewinne entstanden. Es war eine sehr erfolgreiche Privatisierung. Unter Roberto Rocca, Sohn von Agostino (und auch Vater von Agostino, dem dritten Bruder, der in einem Flugunfall in Patagonien umkam) entwickelte sich der Konzern mit Fabriken und öffentlichen Bauten in anderen Ländern und wurde multinational. Das hat ihm verholfen, die lokalen Krisen zu überstehen. Großvater Agostino Rocca war in Italien in der Stahlindustrie tätig gewesen, und emigrierte nach dem Krieg ohne Vermögen nach Argentinien. Das große Rocca-Vermögen entstand ab 1948 auf argentinischer Basis.

  • Alejandro Bulgheroni: mit geschätzten u$s 3,1 Mrd. (Platz 715 in der Forbes-Liste). Er ist Partner des großen Erdölunternehmens Pan American Energy (an dem auch British Petroleum und die chinesische CNOOC beteiligt sind), in der er das Familienunternehmen Bridas eingebracht hatte. Sein Vater war ursprünglich Landwirt und Inhaber einer Kette von Versorgungsgeschäften für Landwirte (“almacenes de ramos generales). Als 1958 unter Präsident Arturo Frondizi ausländische Erdölunternehmen zugelassen wurden, bildete Vater Bulgheroni die Firma Bridas, die diese Unternehmen mit allerlei Materialien und Dienstleistungen versorgte. Später führte Bridas auch Bohrungen für Rechnung Dritter durch, und schließlich stieg die Firma selber in das Erdölgeschäft ein, zunächst als unabhängiges Unternehmen und jetzt als gleichwertiger Partner von großen internationalen Konzernen. Vater Bulgheroni ist relativ jung gestorben, und sein ältester Sohn Carlos, der zunächst die Führung übernahm, starb vor einigen Jahren.

  • Alberto Roemmers: mit geschätzten u$s 3 Mrd. (Platz 745) auf der weltweiten Liste). Er ist Inhaber des Pharmaunternehmens mit dem gleichen Namen, das umsatzmäßig eines der vier größten des Landes, und unter den rein argentinischen, das größte ist. Die Firma wurde von seinem Vater gegründet, machte jedoch erst unter Leitung von Sohn Alberto den Sprung zum Großunternehmen.

  • Eduardo Eurnekian: mit ca. u$s 1,6 Mrd., der Corporación América kontrolliert, die an erster Stelle die argentinischen Flughäfen betreibt, zu denen dann weitere in Italien u.a. Ländern hinzugekommen sind. Es hatte die Konzession unter der Menem-Regierung erhalten, konnte sie aber unter den Kirchners behalten, was zunächst nicht sicher war. Vorher war Eurnekian einer von vielen lokalen Textilunternehmern.

  • Marcos Galperín: u$s 1,6 Mrd., der das Unternehmen Mercado Libre geschaffen hat, das sich mit Internet-Handel befasst. Ihm gelang ein rasanter Aufstieg in wenigen Jahren, der auf der neuen Technologie beruht, die auch Jeff Bezos, mit Amazon, erlaubt hat, weltweit auf den ersten Platz der Superreichen zu klettern.

  • Gregorio Perez Companc: $ 1,6 Mrd., Inhaber des führenden Lebensmittelunternehmens Molinos Río de la Plata, das er in den 90er Jahren vom Konzern Bunge & Born übernommen hat. Vorher war Perez Companc an erster Stelle Erdölunternehmer und verdankt dieser Tätigkeit den größten Teil seines Vermögens. Ebenfalls war er Inhaber der lokalen Bank Río de la Plata, die er an die spanische Santander verkauft hat.

0 vistas

© 2019 Tageblatt - All rights reserved

  • White Twitter Icon
  • White Facebook Icon
  • White Instagram Icon