• Argentinisches Tageblatt

Randglossen

(Vom 29.3.19 bis 5.4.19)

Am 2.April wurde erneut an die Invasion der Malwinen durch argentinische Streitkräfte mit einem Feiertag erinnert. Doch im Grunde gibt es nichts zu feiern. Der Eroberungsversuch war eine unverantwortliche Handlung von General Galtieri und seinen Kollegen, die an die tausend Leben von argentinischen Soldaten gekostet hat, und einen bedeutenden Rückschritt bei der Anerkennung der argentinischen Souveränität zur Folge hatte. Die britische Regierung hatte 1974 Präsident Perón vorgeschlagen, die Inseln gemeinsam zu verwalten, und Perón hatte zugesagt. Doch dann starb er und seine Nachfolgerin, benannt Isabel, zog die Zusage zurück. Eine große Dummheit. Für Großbritannien haben die Inseln seit Bestehen des Panama-Kanals keinen Sinn, und für die Kelpers, die Inselbewohner, ist eine enge Beziehung zu Argentinien wegen der Nähe viel logischer als zu Großbritannien. Doch nach einem gewonnenen Krieg können die Briten die Malwinen nicht abtreten.


In Sachen Fake News und alternativen Wahrheiten kommt man richtig durcheinander. Bisher glaubte man zu wissen, dass der Großvater des US-Präsidenten Donald Trump aus dem pfälzischen Städtchen Kallstadt stammt. Dass Trump vor seiner Präsidentschaft seine Vorfahren in Schweden angesiedelt hatte, muss deshalb nicht unbedingt falsch sein. Im 30-jährigen Krieg mag es schon einen schwedischen General namens Trumpson gegeben haben, der in der Pfalz heimisch wurde. Äußerst irritierend ist allerdings, dass Trump plötzlich seinen Vater zum Deutschen erklärt. Papa Trump ist in der New Yorker Bronx geboren. Vermutlich hätte er Anrecht auf die deutsche Staatsbürgerschaft gehabt, aber dies trifft auch auf den Filius zu. Das macht weder den einen noch den anderen zum Deutschen.


Der Trainer der deutschen Fußballnationalmannschaft sagt man, sei so etwas wie der außerparlamentarische Regierungschef. Der Präsident des Deutschen Fußballbunds müsste demnach so eine Art inoffizieller Staatschef sein. Das ist Blödsinn. Der Bundestrainer ist zwar alle zwei bis vier Jahre wichtiger als die Bundeskanzlerin, aber den DFB-Chef kennen nur Fußballfunktionäre. Um das Rätsel aufzulösen, der Mann heißt Reinhard Grindel und ist diese Woche zurückgetreten. Das ist gut so, denn der Mann hat wohl zu viele Geschenke bekommen. Es war an der Zeit, weil Nichtstun nicht immer eine Tugend ist. Wer nun nach Bauwens, Gösmann, Neuberger, Braun, Mayer-Vorfelder, Zwanziger, Niersbach und Grindel dem mächtigsten Einzelsportverband der Welt vorsteht, ist eigentlich nicht von Bedeutung.

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