• Argentinisches Tageblatt

Randglossen

Vom 24.1. bis 31.1.

Die Gedenkfeier zum Holocaust, die in der Vorwoche in Israel anlässlich des 75. Jahrestages der Befreiung der Überlebenden des Vernichtungslagers Auschwitz stattgefunden hat, hat eine Bedeutung, die über den verbrecherischen Hitler-Wahnsinn hinausgeht. Ob es Juden sind oder andere: So etwas darf nie wieder geschehen. Beiläufig kam auch der Kampf gegen den Antisemitismus auf, der in letzter Zeit wieder Aufwind erhalten haben soll. Eigentlich sollte es “Antijudaismus” heißen. Denn es gibt zwar semitische Sprachen, Arabisch und Hebräisch, aber keine semitische Rasse noch Volksgruppe. Die Juden differenzieren sich nur durch ihre Religion und waren ursprünglich ein Volk, das in Judäa, im heutigen Israel lebte. Dieses Volk gehörte auch zur sogenannten weißen Rasse, die von Indien über Asien und dem mittleren Osten bis Nordeuropa reicht, und sich von anderen Gruppen nur äußerlich unterscheidet. Denn Menschen sind schließlich alle.


Kohle, Kohle, Kohle... Die meisten können nicht genug davon haben, und die Deutschen könne nicht von ihr lassen. Vermutlich deshalb hält Bundesfinanzminister Olaf Scholz den Beschluss, dass Deutschland bis 2038 endgültig den Kohleausstieg geschafft haben will für historisch. Abgesehen vom Datum, welches von Vielen als zu spät kritisiert wird, wirft auch eine andere Tatsache einen Schatten auf den angeblichen Fortschritt. Fast zeitgleich erhält der Energiekonzern Uniper die Genehmigung, das brandneue Steinkohlekraftwerk Datteln 4 in Betrieb zu nehmen. Nicht nur ein politischer Knieschuss, sondern auch international betrachtet, ein mehr als schlechtes Beispiel. Denn das bedeutet zusätzliche 18 Jahre CO2-Ausstoß.


Der frühere italienische Innenminister Matteo Salvini muss nach der (wenn auch knappen) Niederlage in der Provinz Emilia-Romagna einsehen, dass sein populistischer Siegeszug vorerst beendet ist. Wenngleich sie wackelt, bleibt die sozialistisch-linkspopulistische Regierung in Rom bestehen. Salvini hat sich schon mit seinem Regierungsaustritt verschätzt. Es kam nicht zu Neuwahlen. Er hatte sich auf Umfragewerte verlassen und die Mehrheitsverhältnisse vernachlässigt. Jetzt ist er bei Regionalwahlen gescheitert, und außerdem äußerten sich zuletzt nur noch rund 23 Prozent der italienischen Bevölkerung besorgt über das Thema Migration, mit dem der Rechtspopulist bisher in einer beispiellosen Hetzkampagne gut gefahren ist.

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