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  • Argentinisches Tageblatt

Randglossen

Vom 3.1. bis 10.1.

Nachdem Präsident Alberto Fernández gesagt hatte, dass die Regierung von Venezuela keine Diktatur sei, hat er Nicolás Maduro jetzt bei seinem Vorgehen gegen die parlamentarische Opposition, die von der Polizei gehindert wurde, ins Parlamentsgebäude einzutreten, nicht mehr unterstützt. Eine Mitteilung des argentinischen Außenministeriums spricht von einem Hindernis für die volle Geltung des Rechtsstaates und bezeichnet die Verfolgung der Opposition als unvereinbar mit der Demokratie. Doch der Lima-Gruppe, die aus Peru, Kolumbien u.a. Ländern besteht, die eine harte Stellung gegen Maduro bezogen haben, hat sich Argentinien nicht angeschlossen. Cristina Kirchner hatte mit Chávez zuerst und Maduro danach eine enge politische Verbindung, und Alberto Fernández will einen Konflikt mit ihr vermeiden, der bei einer klaren Stellungnahme gegen das absurde Venezuela-Regime auftreten würde. Doch auf Dauer ist diese hybride Haltung nicht möglich.


Schwarz-Grün in Österreich. Ist das ein Modell für Deutschland? Natürlich nicht. Zunächst, weil Bündnisse von Konservativen und Grünen in Deutschland schon lange kein Modell mehr sind, und dann, weil die deutschen Grünen wohl kaum ein Bündnis mit Sebastian Kurz eingehen würden. Das konservative österreichische Knabenwunder wäre den deutschen Ökos wohl etwas zu flexibel. Kurz regierte kurz mit der rechtspopulistischen FPÖ, die Distanzprobleme mit der NS-Vergangenheit Österreichs hat, und jetzt mit den Grünen. Dass ein möglicher Bundeskanzler Markus Söder zunächst mit der AfD regiert und dann zu den Grünen wechselt, wäre zwar für den CSU-Chef vorstellbar, aber nicht für die Grünen.


Früher war alles besser. Das stimmt natürlich nicht, aber es gab einige Selbstverständlichkeiten, die allgemein akzeptiert wurden und das Leben nicht unnötig komplizierten. Wenn auf einem Kaffeebecher der Hinweis „Heiß, Verbrennungsgefahr“ steht, kann man darüber noch lachen. Dass man Gasfeuerzeuge nicht in offenes Feuer werfen soll, geschenkt. Haustiere darf man im Übrigen auch nicht in der Mikrowelle trocknen. Dass überall auf der Welt Außenministerien davor warnen, in den Iran oder den Irak zu reisen, verdient einen Extra-Lacher. Wer freiwillig in diese Länder reist, ist selber Schuld. Wenn jemand den ultimativen Thrill sucht, kann er auch Gasfeuerzeuge ins offene Feuer werfen.

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