• Argentinisches Tageblatt

Randglossen

(Vom 4.10. bis 11.10.)

Alberto Fernández hat jetzt die Hungerproblematik in den Vordergrund gestellt und dabei ein verzerrtes Bild der argentinischen Gesellschaft gegeben. Es ist gewiss nicht so, dass alle der 16 Millionen, die das Statistische Amt als arm einstuft, hungern. Die meisten Armen gelangen irgendwie zur Nahrung. Sonst würden wir auf den Straßen lauter verhungerte Menschen sehen, die Haut und Knochen sind. Das ist jedoch nicht der Fall. Und dann sollte man falsche Ernährung auch nicht mit ungenügender verwechseln. Das Wesentliche ist heute, dass die zahlreichen gemeinnützigen Anstalten, die eine Gratismahlzeit bieten, vom Staat intensiv unterstützt werden, und dieser auch die Zufuhr von Gemüse, Obst, Teigwaren u.a. Produkten organisiert, auch für Schulen, und dabei auch Überschüsse bezieht, die am Zentralmarkt von Buenos Aires und an anderen Orten regelmäßig bestehen.


Kennen Sie D.O.N.A.L.D.? Das ist die „Deutsche Organisation nichtkommerzieller Anhänger des lauteren Donaldismus“. Das sind Menschen, die sich „wissenschaftlich“ mit Donald Duck beschäftigen. Die Anführungszeichen kann man streichen, denn die Welt der Disney-Gestalt ist realer und wissenschaftlich fassbarer als die des @realDonaldTrump. „Wenn die Türkei irgendetwas unternimmt, was ich in meiner großartigen und unvergleichlichen Weisheit für tabu halte, werde ich die türkische Wirtschaft vollständig zerstören und auslöschen“, ließ Donald II die Welt per Twitter wissen, nachdem er mit dem Abzug von US-Truppen in Nordsyrien eine türkische Offensive gegen seine kurdischen Verbündeten ermöglicht hatte. Vielleicht war das ein Tippfehler. Er meinte „Weißheit“.


Mal Klartext. Schuld am Brexit haben nicht die Engländer, sondern die Spanier. Dabei geht es um die regionale Gefahr. Im Vereinigten Königreich ist die Gefahr einer Zersplitterung relativ gering. Die Schotten und die Nordiren sind zwar EU-Befürworter, aber das bringt ihnen wenig. Wenn das Vereinigte Königreich sich von Europa verabschiedet, können die Schotten sich auch verabschieden, auch wenn sie sich für die Unabhängigkeit entscheiden. Spanien wird immer ein Veto gegen den Beitritt Schottlands einlegen, sonst könnten ja Katalonien und das Baskenland Ähnliches planen. Deshalb ist das Drohpotenzial einer Abspaltung Schottlands nicht sehr real. Käme aus Madrid ein positives Signal, würde das den britischen Premier Boris Johnson in die Bredouille bringen.

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