• Argentinisches Tageblatt

Randglossen

(Vom 23.8. bis 30.8.)

Mauricio Macri ist auf Alberto Fernández angewiesen, um die verfahrene Lage einzurenken. Umgekehrt, ist es für Fernández wichtig, dass er keinen Trümmerhaufen übernimmt und ihm Macri bei seiner eventuellen Regierung hilft, besonders wenn es um harte Entscheidung geht, die auch er nicht vermeiden kann. Der Internationale Währungsfonds besteht darauf, sowohl mit der Regierung wie mit Vertretern von Fernández zu verhandeln, und das ist logisch. Zum ersten Mal besteht in Argentinien ein Ansatz zum Konzept der Staatspolitik, also eine Einigung der großen Parteien auf bestimmte Grundsätze der Wirtschaftspolitik, die einer zivilisierten Gesellschaft zu Grunde liegen. Und das ist sehr positiv.


Die Koalition, die Cristina Fernández de Kirchner gebildet hat, setzt sich aus zwei Bestandteilen zusammen, die sich schlecht vertragen. Auf der einen Seite geht es hier um den traditionellen Peronismus, den Alberto Fernández vertritt, und auf der anderen um den Kirchnerismus, der die Erbschaft der Montonero-Terroristen übernommen hat, denen Cristina in ihren Studentenzeit auch angehörte, mit dem Zusatz der Megakorruption. Der Kirchnerismus symbolisiert eine totalitäre Regierung, die auch keine unabhängige Justiz und keine Pressefreiheit duldet, sich von der großen Welt abschottet und in der Praxis einen Default unvermeidbar macht. Cristina schweigt jetzt, um Alberto die Wahlkampagne zu erleichtern. Aber sie wirft immer noch einen dunklen Schatten auf ihn.


Der Riesenbrand im brasilianischen Amazonas-Gebiet hat das Thema des Klimawandels weltweit den Vordergrund gestellt. Der Planet Erde steht vor einer Katastrophe, mit immer mehr extremen Klimasituationen und einer Hebung des Meeresspiegels um über ein oder sogar zwei Meter. Wenn nicht sofort sehr viel getan wird, an erster Stelle die Aufgabe der Kohlenkraftwerke, kommt bald der Zeitpunkt, bei dem es kein Zurück mehr gibt. Und wir haben nur diesen Planeten. Im Amazonas-Gebiet wurden jedes Jahr große Flächen Urwald verbrannt, um das Land für Anbau von Sojabohne und Viehzucht einzusetzen. Was dieses Jahr stattfand, war nichts Neues, sondern nur viel mehr. Jetzt steht die brasilianische Regierung unter Zugzwang: Sie muss die Rodung durch Verbrennung verbieten und den Urwald erhalten. Das wäre zumindest ein positives Ergebnis der Katastrophe.

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