• Argentinisches Tageblatt

Randglossen

(Vom 19.7. bis 26.7.)

Der Präsidentschaftskandidat Alberto Fernández hat einen Lehrstuhl als ordentlicher Professor für Strafrecht an der Unversität von Buenos Aires, wo er spezifisch über die verschiedenen Verbrechen lehrt. Cristina könnte ihm dabei bei der Lehre über die Praxis (“trabajos prácticos”) helfen. Allein, Witz bei Seite: Alberto F. muss genau wissen, dass viele der Gerichtsverfahren, die gegen Cristina laufen, juristisch gut begründet sind und es sich gewiss nicht um eine politische Verfolgung handelt, wie es prominente Kirchneristen behaupten. Sollte er Präsident werden, kann man davon ausgehen, dass Cristina als erstes von ihm fordern wird, dass er die Fortführung der Prozesse irgendwie verhindert. Dabei stellt sich bei ihm nicht nur ein Gewissenskonflikt, sondern auch einer mit dem, was er an der Universität gelehrt hat.


Im Urlaub kann man es sich mal so richtig gut gehen lassen. Die Seele baumeln lassen und machen worauf man Lust hat. Aber Augen auf: Den Strafzettelkatalog sollte man vorher gut studiert haben, sonst geht das Urlaubsbudget schneller drauf als einem lieb ist. Ehe man sich versieht, zahlt man für die baumelnde Seele samt Körper in einer selbst aufgespannten Hängematte einen Wucherpreis von 500 Euro. Diese Erfahrung musste nun ein 51-jähriger Urlauber machen, der sich dazu entschied, am Stadtstrand in seiner mitgebrachten Hängematte die Sonne zu genießen. Bella Italia fand der Urlauber dann gar nicht mehr so „bella“.


Vor allem Backpacker müssen sich in Acht nehmen. So hätte sich ein Pärchen besser einen überteuerten Coffee To Go an der Rialto-Brücke in Venedig leisten sollen, denn die selbst aufgebrühte heiße Tasse Kaffee ohne Plastik, Einwegbecher und einem dicken Logo kam die beiden viel teurer. Sie wurden 1000 Euro los und der Stadt verwiesen. Die Unterstützung der Jugend und der Reduzierung des Konsums sieht anders aus. Gut, auf Rucksacktouristen kann man verzichten, sie geben recht wenig Geld aus. Aber wenn man sie so behandelt, werden sie kaum wiederkommen, wenn sie genug Geld zum Ausgeben haben.

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