• Argentinisches Tageblatt

Randglossen

(Vom 28.6. bis 5.7.)

Wie kommt der Mann überhaupt dazu, derartiges zu verlangen. US-Präsident Donald Trump ist der letzte, der den Iran dazu auffordern darf aus dem Atomabkommen auszusteigen. Man mag von den Mullahs halten, was man will, aber sie haben dieses Abkommen nicht verletzt. Das haben selbst US-Beobachter nie bestritten. Trump hat das Abkommen aufgekündigt und zwingt andere Unterzeichner zu Sanktionen gegen den Iran. Das ist wie bei einem Kartenspiel, bei dem einer beleidigt aufsteht, seine Freunde auffordert, ebenfalls zu gehen und den letzten auffordert, weiter zu spielen.


Na ja, ganz so harmlos ist die Sache nicht. Es geht um die atomare Bewaffnung des Iran und mal ehrlich, wer will schon, dass die Mullahs Atombomben haben. Aber eben deshalb hat man das Atomabkommen geschlossen. Es sollte verhindern, dass es dazu kommt. Das hat auch ganz gut geklappt, bis zu dem Zeitpunkt, als Donald Trump es für einen schlechten Deal hielt, und es aufgekündigt hat. Jetzt ist die Gefahr wieder da, und je länger man den Drohungen zwischen Washington und Teheran zuhört, desto bedrohlicher ist die Tatsache, dass der Choleriker Donald Trump die Kontrolle über die US-amerikanischen Atomwaffen hat.


Die Vorwahlen, genannt PASO, was “primäre, offene, simultane und obligatorische Wahlen” bedeutet, waren ursprünglich dazu bestimmt, dem Justizialismus eine interne Wahl zu ersparen, die wegen geringer Beteiligung eine politische Blamage gewesen wäre. Doch jetzt haben sie einen anderen Sinn erhalten, nachdem es bei den meisten Parteien ohnehin nur einen Kandidaten gibt. In den PASO-Wahlen kann jeder für die Partei stimmen, die ihm ideologisch am nächsten steht. In der effektiven Wahlrunde vom Oktober werden sich dann viele Wähler der kleinen Parteien überlegen, dass es schließlich um eine Auseinandersetzung zwischen den zwei großen Koalitionen geht, die von Macri und die von Cristina, so dass sie ihre Stimme einer von beiden übertragen dürften, um nicht zur Niederlage des Kandidaten beizutragen, der ihnen am nächsten liegt. Es handelt sich auf einen Seite um die Stimmen von Espert und Gómez Centurión, und auf der anderen Seite, die der linken Koalition. Und die Stimmen von Lavagna könnten sich aufteilen, wahrscheinlich mit einer Mehrheit für Macri.

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