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Randglossen

(Vom 21.6. bis 28.6.)

Bei der Aufstellung der Listen von Senatoren und Deputierten für die Koalition, die Cristina Kirchner beherrscht, hat diese ihre Kandidaten aufgestellt und dabei andere Gruppen, wie die der Bürgermeister und die von Sergio Massa und auch Politiker, die Alberto Fernández nahestehen, offen benachteiligt. Im Senat geht es ihr dabei auch darum, dass sie ausreichende Unterstützung erhält, um weiter einer effektiven Haftstrafe zu entgehen. Bei drei Senatoren ihres Blocks enden die Mandate am 10. Dezember. Aber je nach dem wie das Wahlergebnis ausfällt, können mehr eigene Senatoren hinzukommen, als die die gehen. Indessen ist es viel wichtiger, dass sie effektiv verurteilt wird, was in einigen Fällen noch vor den Oktoberwahlen der Fall sein sollte, weil einige Prozesse weit fortgeschritten sind. Und dann ist es auch wichtiger als ihre Verhaftung, dass das gestohlene Vermögen beschlagnahmt und für soziale Zwecke eingesetzt wird.


Man kann es schon nicht mehr hören und wünscht sich die Zeiten zurück, in denen Donald Trump im Tageblatt nicht mal eine Meldung unter „Vermischtes“ oder „Leute von Heute“ wert war. Inzwischen dominiert der Hotelbesitzer und Nebenerwerbspolitiker alle Nachrichten. Er will den Iran vernichten, China ruinieren, Mexiko einmauern, Europa und ganz besonders Deutschland bestrafzollen. Außerdem jede Kritik an ihm verbieten. Schluss mit dem Gejammer. Vielleicht ist es das Beste, wenn man Egomanen nicht mehr ernst nimmt. In den USA hat eine Website für Handarbeiten Pro-Trump-Posts verboten. Irgendwie wäre das ja lustig, weil der Präsident dann twittert, dass Stricken unamerikanisch ist. Das Problem ist, dass fast die Hälfte der US-Amerikaner das glaubt und keine Wollsocken mehr anzieht.


Es braucht alternative Protestformen. Anstatt Trump-Werbung zu verbieten, sollten die Verantwortlichen der Internetseite zu einem Strickwettbewerb für Trump-Pullover, -Unterhosen oder -Socken aufrufen. In diesem Fall müsste sich der Präsident mit dem Ergebnis auseinandersetzen, und das wäre wohl eine heikle Sache... Im Osten Deutschlands haben die Bewohner des Städtchens Ostritz gegen die Besucher eines Neonazi-Konzerts auf eine besonders originelle Art demonstriert. Das sollte Schule machen. Nachdem die Behörden die Alkoholvorräte der Veranstalter wegen befürchteter Ausschreitung beschlagnahmt hatten, haben Ostritzer Bürger/innen kurzerhand alle Biervorräte eines nahegelegenen Supermarktes aufgekauft. „Kein Bier für Nazis“ dürfte mehr Effekt haben als lautstarke Gegendemonstrationen.

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