• Argentinisches Tageblatt

Randglossen

Actualizado: 19 de mar de 2019

(Vom 1.3.19 bis 8.3.19)

Die Rede, die Präsident Macri im Parlament hielt, wurde von Oppositionsabgeordneten ständig durch laute Rufe und Beschimpfungen unterbrochen. Ein wirklich unzivilisiertes und gewiss nicht demokratisches Verhalten, das diese Politiker in einem besonders schlechten Licht erscheinen lässt. “Das kennzeichet euch, nicht mich” sagte Macri. Als Cristina Präsidentin war, verhielt sich die Opposition, die heute die Regierungskoalition bildet, ruhig obwohl sie sehr lange Reden hielt, einmal sogar drei Stunden lang sprach, und viel Unfug verzapfte. Bei Macri war es nur eine. Symbolisch kommt hier der Unterschied, zwischen dem zivilisierten Verhalten der Macri-Mannschaft und dem wilden und auch gewaltsamen der Kirchneristen und auch vieler anderer Peronisten zum Ausdruck. Auch hier geht es um den Gegensatz zwischen Zivilisation und Barbarei, auf die schon Sarmiento über anderthalb Jahrhunderten hingewiesen hat.


Eigentlich ist die Sache klar. Wenn ein Anwalt für einen anderen Schweigegeld bezahlt und dafür zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wird, wird der Auftraggeber in der Regel gleich oder härter bestraft. Das heißt, Donald Trump müsste eigentlich in den Knast. Sein Anwalt Michael Cohen hat Schweigegeld an eine Prostituierte bezahlt, mit der Trump angeblich ein Verhältnis hatte. Trump, inzwischen Präsident, hat ihm das Geld zurückerstattet. Cohen wurde verurteilt. Der Fall ist eine Nebensächlichkeit, einer von rund 18 Verfahren, die in Trumps Umfeld am Laufen sind, aber er zeigt, dass dem Präsidenten das Wasser am Hals steht. Richtig schlimm wird es aber erst, wenn er des Amtes enthoben wird. Die Hälfte seiner Anhänger, und das dürfte ein Drittel der US-Bevölkerung sein, wird dies für eine Verschwörung halten, die andere für Fake news.


Vor kurzem hatte sie noch die Opferrolle. Da hatte sich ein Karnevalskomiker über Doppelnamen lustig gemacht, und Annegret Kramp-Karrenbauer ist unter denen schon ein gewaltiger Zungenbrecher. Doch AKK kann auch Karneval. Die CDU-Chefin hat derzeit mit einem Shitstorm zu kämpfen, weil sie bei einer Fasnacht-Veranstaltung laut darüber nachdachte, ob die Toiletten für das dritte Geschlecht, nicht für Männer seien, die nicht wissen, ob sie beim Pinkeln sitzen oder stehen sollen. War das jetzt ein Witz auf Kosten einer Minderheit, eine erlaubte Karnevalszote oder eine bewusste Anbiederung AKKs an konservative Wähler? Egal, was es war. Wenn man anfängt, selbst Karnevalskalauer auf ihre politische Korrektheit zu überprüfen, dann kann man den notorischen Tabubrechern von der rechtspopulistischen AfD gleich die Regierung antragen.

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