Punkrock-Knuddeltyp

Campino ist 60

Campino
Er ist das Gesicht der Toten Hosen: Andreas Frege, genannt Campino. (Foto: dpa)

Berlin/Düsseldorf (dpa) - Nicht übel für einen Haufen Punks der frühen 80er aus dem Pogo-Tanzschuppen „Ratinger Hof“: Mit ihrem Jubiläumsalbum „Alles aus Liebe: 40 Jahre Die Toten Hosen“ haben die fünf Düsseldorfer Anfang Juni lässig die Charts-Spitze gestürmt und einen Rekord aufgestellt - sie sind nun die Band mit den meisten Nummer-eins-Platten in Deutschland (12), noch vor den Beatles. Frontmann Campino, der am 22. Juni ebenfalls einen runden Geburtstag feierte und 60 wurde, hat also wieder mal allen Grund zur Dankbarkeit. Denn Campino - bürgerlich Andreas Frege, 1962 geboren als Sohn des Richters Joachim Frege und der Hausfrau Jennie Frege - hat eine sehr überzeugende Menschenfänger-Natur.

Dass die Toten Hosen trotz einiger Besetzungswechsel so stabil und populär sind, hat viel mit Campino zu tun. Denn der ist „nicht nur der Sänger, sondern auch das Gesicht der Band“, wie es auf der Hosen-Website heißt. Den für Rockband-Leitfiguren fast normalen Wunsch nach musikalischen Egotrips habe er indes nie verspürt, betont der Deutsch-Brite.

Dass er nach seiner (vorsichtig ausgedrückt) nicht immer gesunden Punk-Lebensweise nun 60 werde, sei „erstmal schön - als ich 20 war, schien das für mich unvorstellbar“, sagt Campino breit grinsend. Kann er sich also heute, während die große Jubiläumstournee der Toten Hosen läuft, noch einen akrobatischen Sprung am Mikroständer vorstellen, wie man ihn bei jugendlicheren Auftritten bestaunen konnte? „Dieser Spagat würde wohl ziemlich bescheuert aussehen mittlerweile“, räumt Campino ein.


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