• Argentinisches Tageblatt

Neue Liste der „gepflegten Preise“

Die Regierung hat am Dienstag das Programm der sogenannten “gepflegten Preise” neu gestaltet. Das Programm war unter der Regierung von Cristina Kirchner eingeführt und dann von der Macri-Regierung mit Änderungen weitergeführt worden. Es besteht im Wesen in der Verpflichtung von Lieferanten von Lebensmitteln u.a. Produkten des täglichen Haushalltskonsums, und auch der Supermäkte (die die Produkte verkaufen), bestimmte Produkte und Marken zu niedrigeren Preisen anzubieten. 70 Produkte, die schon im Pogramm eingeschlossen waren, wurden beibehalten, und 241 neue wurden hinzugefügt, so dass es jetzt insgesamt 310 sind. Bisher waren es über 500, von denen die meisten gestrichen wurden. Es handelt sich hier nicht um Höchstpreise, die einseitig von der Regierung festgesetzt werden, sondern um Preise, die mit den Unternehmen ausgehandelt werden. Wie weit und in welcher Form die Unternehmen unte Druck gesetzt werden, weiß man nicht.

Die Preise wurden bei den schon eingeschlossenen Produkten um 9% erhöht, nachdem die bisherigen im September festgesetzt worden waren. In einigen Fällen gehen die Zunahmen jedoch bis zu 30%. Gemäß Angaben der zuständigen Beamten liegen die Preise hier um durchschnittlich 8% unter den normalen. Dieses Mal wurden auch mehr erste Marken in die Liste aufgenommen. Die Handelssekretärin Paula Español verpflichtete sich, zu kontrollieren, dass die Supermärkte die Waren der Liste der “gepflegten Preise” effektiv anbieten, den ganzen Tag und nicht nur am frühen Morgen.

Die Supermärkte sind für etwa ein Drittel des Einzelhandels mit Lebensmitteln u.a. Produkten des täglichen Bedarfs der Haushalte verantwortlich. Grossistensupermärkte, unabhängige Selbstbedienungsgeschäfte (von chinesischen, koreanischen oder anderen Inhabern) sind nicht in das Programm eingeschlossen. Ebenfalls sind Metzgereien, Gemüsehändler, Bäckereien u.a. Einzelhandelsgeschäfte, die auch mit den Supermärkten konkurrieren, ausgeschlossen. In Argentinien erfassen die Supermärkte einen viel geringeren Teil des Massenkonsums als in den USA, wo sogar Eiscreme in Supermärkten gekauft wird. Das Programm der “gepflegten Preise” kann jetzt eventuell dazu führen, dass mehr Konsumenten zum Supermarkt gehen. Doch eine spürbare Änderung der Konsumgewohnheiten ist nicht zu erwarten.

Die Preise sind in den Supermärkten stark differenziert, so dass es schwierig ist, den effektiven Preis für einzelne Produkte zu ermitteln. Die Supermärkte haben täglich hohe Mengenrabatte für bestimmte Produkte, sowie an einzelnen Tagen Rabatte für Rentner oder Inhaber von Karten bestimmter Banken. Diese Rabatte werden angeblich auch bei den Waren der Liste der “gepflegten Preise” angewendet. Bei den Grossistensupermärkten sind die Preise beim Kauf der Mengen, die dabei als Einheit gelten (eine ganze Kiste oder ein ganzes Paket) ohnehin viel niedriger als die üblichen und auch als die der Liste der “gepflegten Preise”. Diese Firmen versorgen den unabhängigen Einzelhandel, aber auch Restaurants und Haushalte.

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