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Neue Gefechte im Südkaukasus

Konfliktregion Berg-Karabach kommt nicht zur Ruhe

Armenische Geschützstellung. (Foto: dpa)

Baku/Eriwan (dpa) - Trotz eindringlicher internationaler Appelle zur Feuerpause halten die Konfliktparteien in der Unruheregion Berg-Karabach mit Waffengewalt an ihrem Kurs fest. Am Mittwoch seien die Gefechte entlang der gesamten Front fortgesetzt worden, teilte Aserbaidschans Verteidigungsministerium in der Hauptstadt Baku mit. Mehrere Dörfer und Städte seien beschossen worden. Nach armenischer Darstellung versuchten Truppen, im Südosten an der Grenze zum Iran weiter vorzurücken. Armenien habe daraufhin mehrere Einrichtungen auf aserbaidschanischer Seite zerstört, hieß es vom Militär in der Hauptstadt Eriwan.

Immer wieder sollen die Hauptstadt von Berg-Karabach und Dörfer in der Region gezielt mit Raketen beschossen worden sein. Dort leben mehr als 50.000 Menschen. Viele verstecken sich in den Kellern und Bunkern. Zahlreiche Häuser sind schwer beschädigt. Im Stadtzentrum gab es mehrere Explosionen. Tausende Menschen, darunter vor allem Kinder und Rentner, sollen bereits aus den Grenzdörfern Richtung Armenien geflohen sein.

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Insgesamt sind bei den Kämpfen bereits auf beiden Seiten Hunderte Menschen getötet worden, darunter auch zahlreiche Zivilisten. Die Behörden in Berg-Karabach sprechen von rund 320 getöteten Soldaten in den eigenen Reihen. Aserbaidschan hat bislang keine Angaben zu eigenen Verlusten gemacht. Mindestens 27 Zivilisten wurden getötet.

Seit mehr als einer Woche liefern sich die beiden verfeindeten Staaten schwere Gefechte. Diese gehen aber weit über die Scharmützel hinaus, die es immer wieder gab. Beide Länder werfen sich gegenseitig vor, Zivilisten anzugreifen. Selbst nehme man jedoch nur militärische Einrichtungen des Gegners ins Visier, hieß es.

Der Konflikt um Berg-Karabach flammte nach dem Zerfall der Sowjetunion auf. Anfang der 1990er Jahre gab es einen Krieg zwischen den verfeindeten Nachbarn mit rund 30.000 Toten und Hunderttausenden Flüchtlingen. In Berg-Karabach leben heute rund 145.000 Menschen, mehrheitlich christliche Armenier. Völkerrechtlich gehört das Gebiet aber zum islamisch geprägten Aserbaidschan. Eigentlich gilt seit 1994 eine Waffenruhe, die oft nicht eingehalten wird.

Der armenische Regierungschef Nikol Paschinjan betonte, dass es für Friedensgespräche Kompromisse auf beiden Seiten brauche. Armenien sei nur dazu bereit, wenn es auch ähnliche Schritte des Gegners gebe, sagte Paschinjan. Aserbaidschans Präsident Ilham Aliyev erklärte, dass Verhandlungen nur nach einem Ende der Kämpfe möglich seien.

Aserbaidschan bekommt in dem Konflikt Rückendeckung von der Türkei. Auch ausländische Söldner und Kämpfer dschihadistischer Gruppen aus den Kriegsgebieten in Syrien und Libyen sollen an den Gefechten beteiligt sein. Eindeutige Beweise gibt es bislang nicht. Die Rolle von Russland ist in dem Streit sehr kompliziert: Moskau hat diplomatische und wirtschaftliche Verbindungen zu beiden Ex-Sowjetrepubliken, jene mit Armenien sind jedoch intensiver. Dort hat Russland auch eine Militärbasis. Kremlchef Wladimir Putin versucht verstärkt, auf beide Seiten einzuwirken, und telefonierte am Mittwoch sowohl mit Paschinjan als auch mit Aliyev. Er beobachte die Lage mit großer Sorge, sagte Putin.

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