„Moralischer Kompass“

Margrethe seit 50 Jahren Königin von Dänemark

Margrethe II
Königin Margrethe II. von Dänemark. (Foto: dpa)

Kopenhagen (dpa) - Königin Margrethe II. ist seit nunmehr einem halben Jahrhundert dänisches Staatsoberhaupt. Zum 50. Thronjubiläum wurde die beliebte Monarchin am Freitag vergangener Woche offiziell auf einer kleineren Zeremonie des Parlaments auf Schloss Christiansborg in Kopenhagen gewürdigt - größere Festlichkeiten waren aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie vorab auf Mitte September verlegt worden. Gekleidet in ein taubenblaues Outfit mit passendem Hut verfolgte Margrethe das Ganze mit Interesse und - wie so häufig - einem Lächeln im Gesicht.

Margrethe ist nach dem Tod ihres Vaters Frederik IX. am 14. Januar 1972 zum dänischen Staatsoberhaupt geworden. Damals hatten ihr Zehntausende Menschen auf den Straßen von Kopenhagen zugejubelt - 50 Jahre später waren solche Szenen coronabedingt nicht möglich. Einige Dänen versammelten sich dennoch vor Schloss Christiansborg, um ihr zuzuwinken. Einige Dutzend Demonstranten protestierten nicht weit davon entfernt lautstark gegen die geltenden Corona-Beschränkungen.

Zu Margrethes Königreich zählen neben dem EU-Land Dänemark auch Grönland und die kleinen Färöer-Inseln. In Europa sitzt lediglich die britische Queen Elizabeth II. (95) länger auf dem Thron - sie feiert in diesem Jahr sogar ihr 70. Thronjubiläum.

Wie die Queen betrachtet Margrethe ihre Rolle als Lebensaufgabe. Sie selbst gilt als pragmatisch und manchmal auch etwas unkonventionell, ihre Silvesteransprachen sind für die Dänen fester Bestandteil ihrer Neujahrsfeierlichkeiten. Margrethes Begeisterung für Kunst und Kultur ist wohlbekannt, auch bei ihrem bislang letzten Staatsbesuch in Deutschland hatte sie im November 2021 in Berlin und München verschiedene Kultureinrichtungen besucht.

Margrethe ist für die dänische Bevölkerung vor allem eines: eine Konstante. Um die Königin hätten sich die Däninnen und Dänen während all der Veränderungen der vergangenen 50 Jahre versammeln können, würdigte der Parlamentsvorsitzende Henrik Dam Kristensen bei der Zeremonie auf Schloss Christiansborg. Margrethe sei mit ihren Aussagen und ihrem Vorgehen „ein moralischer Kompass“, dem Respekt als Staatsoberhaupt, Künstlerin und Mutter gebühre und zu dem man aufsehen könne.

Im Anschluss reiste die Monarchin per königlichem Zug zum Dom in Roskilde, wo die Königsfamilie insgesamt fünf Kränze am Grab von Frederik IX. niederlegte. Wie zuvor im Parlament waren dabei ihre Söhne Kronprinz Frederik (53) und Prinz Joachim (52), deren Frauen Kronprinzessin Mary (49) und Prinzessin Marie (45) sowie eine ihrer jüngeren Schwestern, Prinzessin Benedikte (77), an ihrer Seite. Den Rest des Tages wollte die Königin im Privaten verbringen.

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