• Argentinisches Tageblatt

Letzte Minen auf Malwinen geräumt

Über 38 Jahre nach dem Ende der Kampfhandlungen

Ein Kampfmittelräumer auf den Malwinen. (Foto: Fcdo/PA Media/dpa)

Buenos Aires (AT/mc) - Die Malwinen sind frei von Antipersonenminen. Das jedenfalls gab das britische Außenministerium vor wenigen Tagen bekannt. Die letzten Sprengkörper dieser Art wurden vor wenigen Tagen gesprengt. Die Meldung erfolgte über 38 Jahre nach dem Ende der Kampfhandlungen zwischen Argentinien und Großbritannien, die beide das abgelegene Archipel im Südatlantik für sich beanspruchen. Bei dem bewaffneten Konflikt, der auf die argentinische Militärinvasion im April 1982 folgte, kamen mehr als 600 argentinische und 255 britische Soldaten ums Leben.

Amtliche britische Quellen informierten, dass die argentinischen Truppen bei der Besetzung der Inselgruppe rund 20.000 Antipersonen- sowie 5000 Antifahrzeugminen zur Absicherung ihrer Positionen gelegt hätten. Nach dem Krieg wurden die Felder durch Absperrungen und Warnschilder gesichert.

2009 brachte Großbritannien ein Programm zur Entfernung der Minen auf den Weg, das nun zum Abschluss gebracht werden konnte. Durchgeführt wurde die gefährliche Arbeit von einem Spezialteam aus Simbabwe.

Das Außenministerium in London erklärte, dass es nunmehr „weltweit in keinem britischen Territorium Antipersonenminen mehr gibt“. Zur Feier des Erreichten gab es Cricket- und Fußballspiele an den Stränden, zu denen man ab sofort ohne Restriktionen gehen kann.

Explosion bei der Räumung von Minenfeldern. (Foto: Fcdo/PA Media/dpa)

Argentinien, das die seit 1833 britisch verwalteten Inseln weiterhin für sich reklamiert, hat währenddessen die Zusammensetzung des neuen Nationalrates für die Malwinen, Südgeorgien und die Südlichen Sandwichinseln festgelegt. Das Gremium, das langfristig die argentinischen Souveränitätsrechte über die Inseln verhandeln soll, wird der Exekutive unterstellt. Von daher werden Außenminister Felipe Solá sowie Malwinen-Staatssekretär Daniel Filmus starken Einfluss haben.

Des Weiteren werden Kongressabgeordnete aus den Reihen des Regierungslagers und der Opposition sowie Friedensnobelpreisträger Adolfo Pérez Esquivel als Ehrenmitglied dem Nationalrat angehören. Darauf verständigte sich der Kongress mit parteiübergreifendem Konsens. Die unentgeltliche Mitgliedschaft ist zunächst auf fünf Jahre befristet. Eine Wiederwahl ist jedoch möglich.

Die Bewohner der Malwinen haben sich 2013 mit übergroßer Mehrheit dafür ausgesprochen, politisch bei Großbritannien verbleiben zu wollen. Das Referendum wird von Argentinien jedoch nicht anerkannt.



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