• Argentinisches Tageblatt

Lateinamerikanische Wirtschaft in Kürze

Vom 7.2. bis 14.2.

Der nationale Industrieverband Brasiliens hat in einem Bericht gegen die argentinische Devisenbewirtschaftung Stellung bezogen. Die nicht automatischen Lizenzen, denen brasilianische Exporte nach Argentinien jetzt unterstellt werden, führten zu mehr bürokratischen Verfahren und machten die Unternehmen von der Willkür der argentinischen Zollbehörden abhängig. Besonders schädlich sei dies bei Kapitalgütern, Schuhen, Stahl und Kautschuk. Der Prozentsatz der brasilianischen Exporte nach Argentinien, die von den Lizenzen betroffen seien, sei von 18% auf 52% gestiegen. In der Tat ist die strenge Devisenbewirtschaftung, die die neue argentinische Regierung eingeführt hat, unvereinbar mit den Mercosur-Regeln. Das Abkommen müsste auf alle Fälle grundsätzlich geändert werden.

***

Angesichts des erwarteten Wirtschaftswachstums in Brasilien fordert die deutsche Wirtschaft verbesserte Arbeits- und Produktionsbedingungen in dem südamerikanischen Land. „Wir haben die große Hoffnung, dass Abgaben und Steuern gesenkt und Prozesse vereinfacht werden“, sagte Thomas Junqueira der DPA. Er leitet das Verbindungsbüro des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) in São Paulo, eines der größten Wirtschaftsverbände Europas. Dabei forderte er mehr Tempo und weniger Kosten. Als Beispiel nannte er die Beschaffung eines Ersatzteils: Dieses könne in Brasilien etwa ein Drittel mehr kosten als im Ausland. Die Beschaffung könne zwischen einer Woche und mehreren Monaten variieren. „Die Politik in Brasilien will ja wettbewerbsfähig sein und eine moderne Industrie haben.“ Mit mehr als 1000 deutschen Unternehmen ist São Paulo einer der größten deutschen Wirtschaftsstandorte außerhalb Deutschlands. (dpa)

***

Die brasilianische staatliche Entwicklungsbank BNDES hat die Aktien von Petrobras in ihrem Besitz für u$s 5,2 Mrd. verkauft. Der Staat hält somit jetzt 50,5% des Kapitals des großen Erdölunternehmens. Präsident Bolsonaro beabsichtigt dieses Jahr Aktien im Staatsbesitz für insgesamt u$s 35 Mrd. zu veräußern.

***

1 vista

© 2019 Tageblatt - All rights reserved

  • White Twitter Icon
  • White Facebook Icon
  • White Instagram Icon