• Argentinisches Tageblatt

Lateinamerikanische Wirtschaft in Kürze

(Vom 15.11. bis 22.11.)

Ein kürzlich geplatztes deutsch-bolivianischen Projekt zur Lithiumgewinnung ist nach den Worten von Boliviens Ex-Präsident Evo Morales nur an seinem Rücktritt gescheitert. Das Joint Venture wäre sonst noch zustande gekommen, obwohl er es vor wenigen Wochen per Dekret gestoppt hatte, sagte Morales am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Das Gemeinschaftsprojekt zwischen der Firma ACI Systems aus Baden-Württemberg und dem bolivianischen Staatsunternehmen YLB war im vergangenen Dezember in Berlin vereinbart worden. Es zielte darauf ab, Lithium aus dem bolivianischen Salzsee Uyuni zu gewinnen, wo die weltweit größten Vorkommen des Alkalimetalls vermutet werden. Im bolivianischen Department Potosí, in dem der Salzsee liegt, war es zu Protesten gegen das Projekt gekommen, weil die lokale Bevölkerung nach Ansicht der Demonstranten keinen guten Schnitt gemacht hatte. „Kleine Gruppen“ unter dem schlechten Einfluss chilenischer Berater hätten sich gegen das Projekt gestellt, erklärte Morales. Es habe aber bereits weit fortgeschrittene Pläne gegeben, bis Ende des Jahres in Uyuni eine autonome Region zu schaffen und das Problem damit zu lösen. „Das war unser Plan. Der ist nun aber durchkreuzt.“ Das Bundeswirtschaftsministerium hatte mitgeteilt, man habe die Nachricht der Annullierung „mit Überraschung und Bedauern zur Kenntnis“ genommen. „Nachvollziehbare Gründe für diese Entscheidung sind der Bundesregierung bisher nicht bekannt.“ (dpa)

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Die brasilianische Regierung hat den Real abgewertet, der am Dienstag bei 4,19 Real zum Dollar schloss. Es ist ist der höchste Kurs seit Mitte 2018. In diesem Jahr ist der Dollarkurs des Real um 8% gestiegen, wobei es allein im Monat November 4% waren. Im Fall von Argentinien kommt diese Abwertung zur allgemeinen des Peso gegenüber dem Dollar hinzu. Der bilaterale Handel zwischen Argentinien und Brasilien ist mehr durch die Konjunktur beider Länder als durch den Wechselkurs bedingt, so dass man von dieser Abwertung des Real keine spürbare Wirkung erwartet.

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Chiles Währung hat den rasanten Wertverfall im Zuge der schweren Unruhen fortgesetzt. Am Donnerstag der Vorwoche rutschte der Kurs des Peso im Handel mit dem US-Dollar auf ein Rekordtief. Zeitweise wurden für einen Dollar mehr als 808 Peso gezahlt und damit so viel wie nie zuvor. Auch eine milliardenschwere Geldspritze der Notenbank für das Finanzsystem des Landes konnte die Talfahrt der Währung vorerst nicht stoppen. Wie die chilenische Notenbank am späten Mittwochabend mitteilte, wird dem Finanzsystem des Landes neue Liquidität in einem Volumen von u$s 4 Mrd.in der Landeswährung und in US-Dollar zur Verfügung gestellt. Seit Beginn des Monats hat Chiles Währung etwa 8% an Wert verloren. (dpa)

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Das brasilianische Amazonas-Gebiet verlor in 12 Monaten zum Juli 2019 9.762 qKm. Wald, teilte des Nationale Raumforschungsinstitut Brasiliens mit, das sich dabei auf Satellitenaufnahmen stützt. Die Abholzung lag fast 30% über der vorangehenden Jahresperiode. Die Erhaltung des Naturwaldes im Amazonas-Gebiet wird von Klimaexperten als wesentlich für die Vermeidung eines weiteren Anstieges der durchschnittlichen Temparatur auf der Erde angesehen.

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