• Argentinisches Tageblatt

Lateinamerikanische Wirtschaft in Kürze

(Vom 31.5. bis 7.6.)

Das Bruttoinlandsprodukt ist in Brasilien im 1. Quartal 2019 um 0,2% gegenüber dem 4. Quartal 2018 zurückgegangen, lag aber um 0,5% über dem 1. Quartal 2018, teilt das Statistikamt IBGE mit. Es ist die erste Abnahme seit Ende 2016. Sofort ist die Erinnerung an die Rezession der Jahre 2015 und 2016 aufgekommen, als das BIP insgesamt um 7% zurückging.

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Die kubanische Regierung erlaubt den Aufbau privater WLAN-Netze und den Import von Routern. Damit könnten Tausende illegaler Netzwerke künftig regulär betrieben werden. Zudem können Restaurants und Bars ihren Kunden eine kabellose Datenverbindung anbieten. Die neuen Regeln sollen Ende Juli in Kraft treten. Kuba galt lange als eines der Länder mit dem schlechtesten Internetzugang der Welt. Bis vor einigen Jahren durften nur Regierungsfunktionäre, Ärzte, Journalisten und Wissenschaftler einen privaten Internetanschluss haben. Zuletzt wurden die Regeln aber immer weiter gelockert. Mittlerweile gibt es an zahlreichen öffentlichen Plätzen WLAN-Hotspots. Langsam werden auch private Internetanschlüsse zugelassen. Rund 2 Mio. der insgesamt 11 Mio. Kubaner haben sich bereits für mobile Internetverbindungen angemeldet. (dpa)

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In Brasilien soll die Reform des Pensionierungssystems im Juli im Parlament behandelt werden. Das hat der Präsident der Deputiertenkammer, Rodrigo Maia, bestätigt. Es geht dabei in erster Linie um die Einführung eines Mindestalters von 65 Jahren. Außerdem sollen die Sonderfälle revidiert werden, bei denen die Pensionierungsbedingungen noch günstiger sind. Gegenwärtig werden nur 30 Beitragsjahre gefordert, ohne Mindestalter, was dazu führt, dass viele Menschen mit 50 und weniger Jahren in Pension gehen, was das System nicht verträgt. Das Pensionierungssystem wies 2018 ein Rekorddefizit von umgerechnet u$s 74 Mrd. aus, gleich 4,25% des Bruttoinlandsproduktes. Pensionen und Hinterbliebenenrenten machen 13% des BIP und 60% der Staatsausgaben aus, und ohne Reform sind es jedes Jahr noch mehr, weil viel mehr Menschen in Pension gehen, als die Pensionäre, die sterben. Da in Brasilien das Gesetz (von der Temer-Regierung) gilt, das Geldschöpfung für Deckung des Defizites verbietet, muss sich die Regierung verschulden, was zunehmend schwieriger wird, so dass die Zahlung der Pensionen gefährdet ist.

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Brasilien erreichte im Mai einen Handelsbilanzüberschuss von u$s 6,42 Mrd., bei Exporten von u$s 21,29 Mrd. und Importen von u$s 14,97 Mrd. Es war der höchste monatliche Überschuss in diesem Jahr.

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Der Erdölexport von Venezuela ist als Folge der US-Maßnahmen im Mai 2019 gegenüber April um 17% gefallen. Die US-Regierung hatte verfügt, dass die internationalen Kunden von Venezuela kein Erdöl mehr kaufen, als Teil der Sanktionen gegen die Regierung von Nicolás Maduro. Die Lieferungen nach Indien sind um ein Drittel gefallen, doch China bezieht gleichviel wie vorher. Der Hauptempfänger von venezolanischem Erdöl war im Mai die russische Rosneft, die auf diese Weise Kredite kassiert, die sie an Venezuela gewährt hatte. Präsident Trump bemüht sich auch um eine Einstellung der Erdöllieferungen nach Kuba.

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Nachdem die US-Regierung Kreuzfahrten und auch private Flüge nach Kuba verboten hat, wurden schon 800.000 Reservierungen bei Tourismusschiffen betroffen. Der Kuba-Tourismus mit Kreuzfahrtschiffen setzte Ende 2014 ein, als die Beziehungen der USA zu Kuba unter Präsident Barack Obama wieder aufgenommen wurden. Vorher hatte es während 50 Jahren keinen US-Tourismus dieser Art in Kuba gegeben. Präsident Donald Trump hat von Anfang an eine Verhärtung bei den Beziehungen zu Kuba eingeleitet.

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