• Argentinisches Tageblatt

Lateinamerikanische Wirtschaft

(Vom 4.10. bis 11.10.)

Die brasilianische Regierung hat im Kongress ein Gesetzesprojekt über eine neue Rahmenordnung der Zentralbank eingebracht. Die Reform sieht auch die allgemeine Einführung von Kontokorrentkonten in Dollar bei lokalen Banken vor. Das ist bisher nur Wechselstuben, Kreditkartenbetreibern, Versicherungsgesellschaften und Reiseagenturen erlaubt. Außerdem werden die bürokratischen Verfahren bei Auslandsgeschäften vereinfacht. Dabei sollen auch über 40 Bestimmungen der ZB vereinheitlicht werden. Brasilien schreitet, im Gegensatz zu Argentinien, bei strukturellen Reformen voran. Unter Präsident Temer wurde schon die Arbeitsgesetzgebung grundsätzlich modernisiert, und unter Bolsonaro wird jetzt das Pensionierungssystem reformiert. Und jetzt kommt die monetäre Grundsatzordnung hinzu.

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Paraguay hatte zwischen 2004 und 2017 ein durchschnittliches jährliches Wachstum des Bruttoinlandproduktes von 4,5%, viel höher als die meisten anderen lateinamerikanischen Staaten. Gleichzeitig ist die Armut laut Angaben der Weltbank stark gefallen, viel mehr als der lateinamerikanische Durchschnitt. Während das BIP 2018 in Lateinamerika um 1,2% zunahm, stieg es in Paraguay um 4,6%. Doch für dieses Jahr erwartet Paraguay eine BIP-Zunahme von nur 1,5%.

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Die Weltbank hat eine Studie über die Gehälter der öffentlichen Verwaltung in Brasilien fertiggestellt, die die Regierung von ihr gefordert hatte. Die Bank gelangt zum Schluss, dass es viele Verzerrungen (lies: zu hohe Gehälter) gibt, und empfiehlt allgemein eine Reform, die die Gehälter denjenigen der Privatwirtschaft angleicht. Die Weltbank hat berechnet, dass der brasilianische Staat dabei bis 2030 umgerechnet u$s 94.78 Mrd. sparen könnte. In der Praxis ist es nicht möglich, die Gehälter zu verringern. Aber sie können eingefroren oder nur noch wenig erhöht werden. Präsident Bolsonaro hat das Problem der überhöhten Staatsausgaben und des Defizites der Staatsfinanzen ernst genommen.

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