• Argentinisches Tageblatt

Lateinamerikanische Wirtschaft

(Vom 27.9. bis 4.10.)

Die brasilianische Regierung plant den Bau von 6 neuen Kernkraftwerken, die zum Atomkraftwerk Angra 3 hinzukommen, das sich in Bau befindet und Mitte 2020 in Betrieb genommen werden soll, berichtet die Zeitung Valor Económico auf Grund von Aussagen von Reiuve Barros, Planungssekretär des Ministeriums für Bergbau und Energie. Insgesamt sollen diese 6 Kraftwerke eine Kapazität von 6.600 MW haben und Investitionen von u$s 30 Mrd. erfordern.

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Delta Airlines hat ein Abkommen mit der chilenischen Airline Latam abgeschlossen, durch das sie 20% der Firma für u$s 1,9 Mrd. übernimmt. Davon sollen beide Gesellschaften profitieren, da sich Delta und Latam nur auf einer Strecke überschneiden. Sie werden sich jetzt gegenseitig Passagiere zuführen.

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In Brasilien lag die Industrieproduktion im August um 2,3% unter dem gleichen Vorjahresmonat, berichtet das statistische Amt IBGE. Die ersten 8 Monaten 2019 liegen somit um 1,7% unter dem Vorjahr, wobei die Augustzahl auf eine Vertiefung der Rezession hindeutet. Die Zeitung “Estado de Sao Paulo” weist darauf hin, dass die brasilianische Industrieproduktion seit 2014 um 15% abgenommen habe, während sie weltweit um 10% gestiegen sei. Die Beteiligung der Industrie am Bruttoinlandsprodukt sei von 23% im Jahr 1976 auf jetzt nur 11% gesunken.

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Das Projekt über die Reform des Pensionierungssystems, das die brasilianische Regierung im Kongress eingereicht hat, das schon in der Deputiertenkammer genehmigt wurde, wird unmittelbar im Senat behandelt, wo mit einer Zustimmung gerechnet wird, nachdem die zuständige Kommission es schon angenommen hat. Es bestehen indessen noch kleinere Differenzen unter den Senatoren. Aber über den wichtigsten Punkt, nämlich die Einführung eines Mindestalters von 65 Jahren, bzw. 62 bei Frauen, besteht Einigkeit. Das brasilianische System sieht bisher nur 30 Beitragsjahre vor, so dass viele Menschen mit 48 in Pension gehen. Die Regierung erwartet von der Reform eine Ersparnis von umgerechnet u$s 207,5 Mrd. Dollar im Laufe von 10 Jahren.

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Die bilaterale Handelsbilanz zwischen Argentinien und Brasilien schloss im September mit einem Überschuss zu Gunsten Argentiniens von u$s 81 Mio. Es ist der siebte Monat in Folge mit Überschuss. In 9 Monaten 2019 betrug dieser u$s 341 Mio., was sich mit einem Defizit von u$s 4,04 Mrd. in der gleichen Vorjahresperiode vergleicht.

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Ecuador will die Organisation der erdölexportierenden Länder (Opec) verlassen. Das südamerikanische Land werde zum 1. Januar 2020 aus dem Öl-Kartell aussteigen, teilte das Energieministerium am Dienstag mit. „Diese Maßnahme steht im Einklang mit dem Plan der Regierung, die öffentlichen Ausgaben zu senken und neue Einkünfte zu generieren“, hieß es in der Mitteilung. Ecuador wollte zuletzt seine Förderung hochfahren und mehr Öl produzieren, als es nach der von der Opec festgelegten Quote durfte. Ecuador wurde 1973 in die Opec aufgenommen. Von 1992 bis 2007 ruhte die Mitgliedschaft. Mit einem Anteil von 0,7% an den Ölreserven der Opec-Staaten gehört Ecuador zu den kleineren Mitgliedern des Kartells. (dpa)

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