Kontinent in Kürze

PARAGUAY

Angriff auf Musikfestival

San Bernardino - Bei einem Angriff auf ein Musikfestival in Paraguay sind zwei Menschen ums Leben gekommen. Vier weitere wurden verletzt, als die Täter am Sonntagabend während eines Konzerts in der Stadt San Bernardino das Feuer eröffneten, wie das Innenministerium des Landes mitteilte. Die Ermittler gingen davon aus, dass es sich um einen gezielten Anschlag auf eines der Todesopfer handelte. Die zweite Tote, Frau eines Profi-Fußballers und Influencerin, war offenbar in die Schusslinie geraten. Der Hintergrund des Anschlags war zunächst unklar. Beamte einer Einheit für organisiertes Verbrechen übernahmen die Ermittlungen, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. In Paraguay sind eine Reihe von kriminellen Organisationen aktiv. Vor allem Banden aus Brasilien sind in dem Nachbarland in den Drogenhandel verwickelt.


PERU

Sanktionen gegen Repsol

Lima - Nach der verheerenden Ölpest an der Küste Perus darf die Raffinerie La Pampilla nördlich der Hauptstadt Lima vorerst keinen Kraftstoff mehr verladen. Die Anlage des spanischen Energiekonzerns Repsol dürfe weder Rohöl empfangen, noch Treibstoff auf Tanker verladen, teilte das Umweltministerium des Landes am Montag mit. Das Unternehmen habe nach dem schweren Unfall beim Beladen eines Tankers am 15. Januar weder eine Garantie zur Verhinderung eines neuen Unglücks gegeben noch einen klaren Plan zur Säuberung der Strände vorgelegt. Repsol wies die Vorwürfe zurück. "Das Unternehmen teilt die Auffassung nicht und hält das Dekret für unverhältnismäßig und unangemessen", teilte der Ölkonzern mit.


PERU

Kabinettsumbildung

Lima - Perus Präsident Pedro Castillo hat die dritte Regierungsumbildung in rund sechs Monaten angekündigt. Er habe sich entschlossen, das Kabinett zu erneuern und ein neues Team zu bilden, schrieb der Linkspolitiker am Montag bei Twitter. Angaben zu Zeitpunkt und Zusammensetzung der neuen Regierung gab es zunächst nicht. Nahezu zeitgleich wurde bekannt, dass Kabinettschefin Mirtha Vásquez bei Castillo ihren Rücktritt eingereicht hat. Es sei unmöglich gewesen, Übereinstimmungen zum Wohle des Landes zu erzielen, schrieb sie bei Twitter. Bereits am Freitag hatte Innenminister Avelino Guillén seinen Rücktritt eingereicht. Dies löste laut einem Bericht der Zeitung "El Comercio" die aktuelle Regierungskrise in dem südamerikanischen Land aus.

ECUADOR

Tote nach Erdrutsch

Quito - Bei einem Erdrutsch in Ecuadors Hauptstadt Quito sind nach offiziellen Angaben mindestens 21 Menschen ums Leben gekommen. Fünf Menschen wurden noch vermisst, wie die Stadtverwaltung am Montag mitteilte. Zudem seien 47 Menschen verletzt worden, als gewaltige Regenfälle einen Erdrutsch im westlichen Stadtteil La Gasca auslösten. Demnach hatten sich in der Bergschlucht El Tejado Wassermassen aufgestaut und dann Steine und Schlamm ins Rutschen gebracht. Im betroffenen Stadtteil laufe der Hilfs- und Rettungseinsatz mit schwerem Gerät, hieß es. Familien, deren Häuser zerstört wurden, seien in Notunterkünfte gebracht worden.


BOLIVIEN

Gewalt gegen Frauen

La Paz - Nach dem Protest Hunderter Frauen gegen Gewalt und Femizide in verschiedenen Städten Boliviens hat der bolivianische Präsident angekündigt, eine Kommission zur Aufarbeitung von Vergewaltigungsfällen und Femiziden einzusetzen. "In Anbetracht der besorgniserregenden Situation und des Verhaltens von Richtern und Justizmitarbeitern haben wir die Einsetzung einer Kommission zur Aufarbeitung von Vergewaltigungsfällen und Femiziden angeordnet, in denen die Verurteilten entlassen wurden", schrieb Luis Arce auf Twitter am Dienstag. Die Kommission müsse die Ergebnisse innerhalb von 120 Tagen vorlegen. Die Bildung einer solchen Kommission war eine der Forderungen der Demonstrantinnen gewesen.


MEXIKO

Weiterer Journalist getötet

Zitácuaro - In Mexiko ist im Januar ein vierter Journalist getötet worden. Roberto Toledo wurde am Montag in der Stadt Zitácuaro von drei Personen angegriffen und erschossen, wie Armando Linares, der Chef des lokalen Nachrichtenportals "Monitor Michoacán", für das Toledo arbeitete, in einem Video auf Facebook mitteilte. Mitarbeiter des Onlineportals aus dem westmexikanischen Bundesstaat Michoacán erhielten schon seit Monaten Drohungen, sagte Linares. Toledo sei wegen Enthüllungen von "Monitor Michoacán" über Korruption in der Politik ermordet worden. Die Regierung verurteile die Tat, schrieb ein Sprecher des Präsidialamtes auf Twitter. Mexiko war 2021 nach Angaben der Organisation Reporter ohne Grenzen zum dritten Jahr in Folge das gefährlichste Land für Journalisten. (dpa/mc)


2 visualizaciones