Kontinent in Kürze

KOLUMBIEN

Zu Massaker bekannt

Bogotá - Sechs ehemalige Kämpfer der linken Guerrilla-Organisation Farc haben die Verantwortung für eines der größten Massaker während des bewaffneten Konflikts in Kolumbien übernommen. Das teilte die "Sonderjustiz für den Frieden" (JEP) in einem Tweet am Mittwoch mit. Die frühere Guerrilla-Organisation hatte sich schon mehrmals für das Massaker von Bojayá im Jahr 2002 mit mindestens 120 Toten entschuldigt. Dass erstmals sechs Ex-Mitglieder die Verantwortung vor der Justiz übernahmen, nannte die kolumbianische Zeitung "El Espectador" "ein noch nie da gewesenes Ereignis" in der "Sonderjustiz für den Frieden".


PERU

Ölpest vor der Küste

Lima - Aus einer Raffinerie an der peruanischen Küste ist erneut Öl ins Meer gelaufen. Während die Säuberungsarbeiten nach einer Ölpest an den Stränden nördlich der Hauptstadt Lima noch andauerten, entdeckten Einsatzkräfte ein neues Leck an der Raffinerie La Pampilla, wie das Umweltministerium am Mittwoch mitteilte. Auch die Marine des südamerikanischen Landes meldete einen neuen Ölteppich vor der Raffinerie des spanischen Energiekonzerns Repsol. Wie viel Öl diesmal auslief, war zunächst unklar.


BRASILIEN

"Rückeroberung" der Favelas

Rio de Janeiro - Rio de Janeiro will mit Millioneninvestitionen seine Favelas genannten Armenviertel von kriminellen Gruppen "zurückerobern". Der Gouverneur des Bundesstaates, Cláudio Castro, stellte am Samstag in einer Pressekonferenz das Pilotprogramm "integrierte Stadt" vor, bei dem rund 500 Millionen Real ab Montag in die Favelas Jacarezinho und Muzema investiert werden sollen. Davon sollen unter anderem Sozial- und Infrastrukturprojekte sowie "effektivere" Polizeieinsätze finanziert werden.


BRASILIEN

Prozess gegen TÜV Süd

München / Brumadinho - Der Prozess gegen den TÜV Süd nach der Staudamm-Katastrophe in Brumadinho Anfang 2019 geht nicht wie geplant bald zu Ende: Das Landgericht München I hat den für den 1. Februar festgesetzten Verkündungstermin aufgehoben und den Wiedereintritt in die mündliche Verhandlung angeordnet. "Hintergrund ist, dass die Klage um weitere 1163 Klägerinnen und Kläger auf insgesamt 1170 Klageparteien erweitert worden ist", teilte das Gericht am Dienstag mit.


KUBA

Prozesse bestätigt

Havanna - Zum ersten Mal hat Kubas Justiz über Gerichtsprozesse gegen Hunderte Teilnehmer an Demonstrationen vom Juli informiert. Wegen Vorwürfen wie Anstiftung zum Aufruhr, Sabotage, öffentliche Unruhe, Sachbeschädigung und gewaltsamer Raub seien 710 Personen angeklagt, 55 von ihnen zwischen 16 und 18 Jahre alt, teilte die Generalstaatsanwaltschaft des Karibikstaates am Dienstag mit. 69 Prozent der Angeklagten seien in Untersuchungshaft, 172 Täter bereits verurteilt. Hinzu kamen demnach 27 Teilnehmer, die jünger als 16 Jahre und damit nicht strafbar waren. Zehn von ihnen seien in Erziehungsinternate gekommen, 17 erhielten Individualunterricht.


CHILE

Viele Frauen in der Regierung

Santiago de Chile - In der neuen chilenischen Regierung werden erstmals in der Geschichte des Landes mehr Frauen als Männer sitzen. Dem Kabinett werden 14 Frauen und zehn Männer angehören, sagte der designierte Präsident Gabriel Boric bei der Vorstellung seiner Regierungsmannschaft am vorigen Freitag. Frauen werden unter anderem das Innen-, Außen-, Verteidigungs-, Justiz-, Arbeits- und Gesundheitsministerium führen. "In diesem Kabinett sind Menschen unterschiedlicher Herkunft und Generationen vertreten, so unterschiedlich wie unser Land, denn wir sind überzeugt, dass der Reichtum Chiles gerade in der Vielfalt seiner Menschen liegt", sagte der künftige Staatschef.


KUBA

"Damen in Weiß" festgenommen

Havanna - Angehörige der Menschenrechtsorganisation "Damen in Weiß" sind nach Angaben von Aktivisten und der US-Botschaft bei einem friedlichen Protest in Kuba festgenommen worden. Ein Video und mehrere Fotos wurden am Sonntag in sozialen Medien verbreitet, die zeigten, wie Frauen in Zivilkleidung - bei denen es sich um Agentinnen des staatlichen Sicherheitsapparats gehandelt haben soll - auf einer Straße mindestens fünf in weiß gekleidete Frauen mit Blumen in der Hand zerrend und schubsend offenbar mitnahmen. (dpa/mc)



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