Kontinent in Kürze

CHILE

Keine Legalisierung von Abtreibungen

Valparaíso - In Chile ist ein Gesetz zur Liberalisierung der Abtreibung vorerst gescheitert. Der chilenische Senat lehnte das Gesetz, wonach Abtreibungen bis zur 14. Schwangerschaftswoche gebilligt worden wären, am Dienstag knapp mit 65 zu 62 Stimmen bei einer Enthaltung ab. Bisher ist der Abbruch von Schwangerschaften in Chile nur in besonderen Fällen erlaubt, etwa nach einer Vergewaltigung, bei Gefahr für das Leben der Mutter oder einem nicht lebensfähigen Fötus. Nach Schätzungen gibt es in Chile pro Jahr Tausende heimliche Abtreibungen, in Privatkliniken oder Hinterzimmern. Nach der bisherigen Gesetzgebung machen sich bei einer Abtreibung nicht nur die Ärzte, sondern auch die Frauen strafbar.


HONDURAS

Oppositionskandidatin vorne

Tegucigalpa - Der Kandidat der konservativen Regierungspartei hat seine Niederlage bei der Präsidentenwahl in Honduras eingestanden. Nasry Asfura von der seit 2010 regierenden Nationalpartei teilte am Dienstag mit, er habe seine linke Rivalin Xiomara Castro zu Hause besucht und ihr zum Sieg gratuliert. Er veröffentlichte auf Twitter ein Foto davon, wie sich die beiden Kontrahenten umarmten. Sollte sich ihr Sieg offiziell bestätigen, wäre Castro die erste Frau an der Staatsspitze von Honduras. Nach den Zahlen der Wahlbehörde lag Castro mit knapp 53 Prozent der Stimmen vor Nasry mit rund 34 Prozent - ausgezählt war knapp die Hälfte der Wahllokale.


BOLIVIEN

Demo für Arce

La Paz - Angeführt von dem ehemaligen Präsidenten Evo Morales sind Tausende Menschen nach einem Marsch durch Bolivien am Montag in La Paz eingetroffen. „Der Marsch der MAS-Partei hat La Paz zum Stillstand gebracht“, schrieb die bolivianische Zeitung „El Deber“. Demnach füllten die Sympathisanten die wichtige Plaza Mayor de San Francisco am Regierungssitz des Andenstaats. Vor einer Woche hatten die linke MAS-Partei von Ex-Präsident Morales und Staatschef Luis Arce sowie ihr nahestehende Gruppen und Organisationen den „Marsch für das Vaterland“ zur Unterstützung der Regierung in der Kleinstadt Caracollo im Department Oruru begonnen.

BRASILIEN

Bolsonaro tritt Partei bei

Brasília - Brasiliens zuletzt parteiloser rechter Staatschef Jair Bolsonaro hat sich rechtzeitig vor den Präsidentschaftswahlen im kommenden Jahr wieder einer Partei angeschlossen. Bolsonaro trat in einer in sozialen Medien live übertragenen Zeremonie am Dienstag der Mitte-Rechts-Partei Partido Liberal bei. Es ist die neunte Partei in Bolsonaros Karriere als Politiker seit 1988. Ein Kandidat für das Präsidentenamt darf im größten Land in Lateinamerika nicht ohne Partei sein. Bolsonaro war 2018 als Mitglied des rechtsgerichteten Partido Social Liberal gewählt geworden.


USA / KOLUMBIEN

Farc keine Terrororgruppe

Washington - Rund fünf Jahre nach einem Friedensvertrag zwischen der kolumbianischen Regierung und den Rebellen der Farc führt die US-Regierung die Organisation nicht mehr als Terrorgruppe. Die Farc sei formell aufgelöst, entwaffnet und existiere nicht mehr als geeinte Organisation, „die sich terroristisch betätigt“ oder die die Fähigkeiten und den Willen dazu hätte, erklärte US-Außenminister Antony Blinken am Dienstag. (dpa/mc)


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