Kontinent in Kürze

CHILE

Am Scheideweg

Santiago de Chile - Südamerikas einstiges Musterland Chile steht bei der Präsidentenwahl an diesem Sonntag am Scheideweg. Mit dem Linkspolitiker Gabriel Boric und dem Rechtsaußen-Kandidaten José Antonio Kast haben zwei Vertreter der extremen Enden des Parteienspektrums die besten Chancen auf den Einzug in die Stichwahl. „Wir stehen wohl vor der polarisiertesten Wahl seit 1970“, sagt Roberto Izikson vom Meinungsforschungsinstitut Cadem. Insgesamt bewerben sich bei der ersten Runde am Sonntag sieben Kandidaten um das höchste Staatsamt. Da eine direkte Wiederwahl verfassungsrechtlich verboten ist, darf Amtsinhaber Sebastián Piñera nicht kandidieren.


ECUADOR

Massaker im Gefängnis

Quito - Bei erneuten gewalttätigen Auseinandersetzungen in einem Gefängnis in Ecuador sind mindestens 68 Häftlinge ums Leben gekommen. Zudem seien in der Haftanstalt Guayas N1 in der Nähe der ecuadorianischen Hafenstadt Guayaquil mindestens 25 Menschen verletzt worden, schrieb die Staatsanwaltschaft des Landes auf Twitter. Die Situation in dem Gefängnis wurde unter Kontrolle gebracht, wie die Regierung am späten Samstagabend bei Twitter mitteilte. Demnach waren etwa 900 Sicherheitskräfte im Einsatz. Als Reaktion auf die Gewalttätigkeiten übernehmen Bundespolizei und Streitkräfte bis auf weiteres die Kontrolle über die Haftanstalten des Landes.


MEXIKO

Tote bei Angriffen

Mexiko-Stadt - Bei zwei bewaffneten Angriffen im zentralmexikanischen Bundesstaat Guanajuato sind Medienberichten zufolge mindestens elf Menschen getötet worden, darunter zwei Kinder. Zunächst seien am Samstag mehrere Männer in der Stadt Silao, rund 370 Kilometer nordwestlich von Mexiko-Stadt, in ein Haus eingedrungen und hätten das Feuer auf Mitglieder einer Familie eröffnet, hieß es am Sonntag unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft. Bei ihrer Flucht auf Motorrädern hätten die Täter zudem in der Umgebung auf Gäste eines Kindergeburtstages gefeuert. Insgesamt seien mindestens sechs Menschen getötet worden, darunter ein Kind.

KUBA

Proteste verhindert

Havanna - Eine hohe Präsenz der Sicherheitskräfte hat in Kuba neue Demonstrationen gegen die Regierung verhindert. Zahlreiche Aktivisten, Journalisten und andere Menschen, die den Protestaufruf verbreitet oder sich gegen die Regierung ausgesprochen hatten, berichteten am Montag in sozialen Medien, sie würden am Verlassen ihrer Wohnungen und Häuser gehindert. Es gab auch Berichte über Festnahmen von Kubanern, die mit weißer Kleidung und weißen Rosen - den Symbolen des Protests - auf die Straßen von Havanna und anderen Städten gingen.


BRASILIEN

Abholzung auf Rekordniveau

Rio de Janeiro - Entgegen den Versprechen von Brasiliens international unter Druck geratener Regierung zur UN-Klimakonferenz COP26 bleibt die Abholzung im brasilianischen Amazonasgebiet auf Rekordniveau. Allein im Oktober wurden 870 Quadratkilometer Regenwald abgeholzt, wie aus vorläufigen Daten des Nationalen Instituts für Weltraumforschung (Inpe), das Satellitendaten auswertet, am vorigen Freitag hervorgeht. Dies ist eine Steigerung um fünf Prozent im Vergleich zum Oktober 2020 (836 Quadratkilometer) und der höchste Wert für den Monat seit 2016.


BRASILIEN

Lula will Scholz einladen

Berlin - Der frühere brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva hat Deutschland zu einem stärkeren Engagement gegen die Zerstörung des Regenwalds in Amazonien aufgerufen. Der Linke Lula will 2022 den für eine großflächige Vernichtung des Tropenwaldes stehenden Rechtspopulisten Jair Bolsonaro als Staatspräsidenten ablösen - und dann auch bald Besuch aus Deutschland empfangen. „Wenn ich Präsident werde, möchte ich Olaf Scholz, der ja bald Euer nächster Bundeskanzler sein wird, einladen in das Amazonasgebiet, um vor Ort über den Schutz des Regenwalds zu beraten“, sagte Lula dem Berliner „Tagesspiegel“. (dpa/mc)


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