Kontinent in Kürze

BRASILIEN

Demos gegen Bolsonaro

Rio de Janeiro - Zehntausende Menschen haben in mehr als 90 brasilianischen Städten wieder gegen die Regierung von Präsident Jair Bolsonaro und dessen Corona-Politik protestiert. Demonstranten zwischen dem Amazonas-Bundesstaat Roraima im Norden, wo viele Indigene leben, und dem von deutschen Einwanderern geprägten Rio Grande do Sul forderten am Samstag unter anderem die Amtsenthebung Bolsonaros, mehr Impfstoffe gegen das Coronavirus und Arbeitsplätze in Zeiten der Pandemie. Verlässliche Angaben zu den Teilnehmerzahlen gab es nicht. In der Metropole São Paulo etwa gingen die Schätzungen der Organisatoren (100.000) und die Angaben der Polizei (8000) weit auseinander.


ECUADOR

Bandenkämpfe im Gefängnis

Guayaquil - Nach den blutigen Bandenkämpfen in einem Gefängnis in Ecuador ist die Zahl der Toten auf 118 gestiegen. 79 weitere Häftlinge seien bei den gewalttätigen Auseinandersetzungen in der Haftanstalt Guayas N1 nahe der Wirtschaftsmetropole Guayaquil verletzt worden, teilte die Polizei vor wenigen Tagen mit. Verfeindete Gangs hatten in dem Gefängnis um die Kontrolle gerungen und ein Blutbad angerichtet. Es war das bislang schwerste Massaker im ecuadorianischen Strafvollzug. Ende der Vorwoche rückten rund 900 schwerbewaffnete Polizisten und Soldaten mit gepanzerten Fahrzeugen ein, um die Haftanstalt mit rund 10.000 Gefangenen vollständig unter Kontrolle zu bringen.


BOLIVIEN

Bauern übernehmen Kontrolle

La Paz - Nach rund zwei Wochen heftiger Proteste haben Kokabauern in Bolivien die Kontrolle über den Sitz des legalen Kokamarktes in La Paz wiedererlangt. Erneut kam es am Montag zu Auseinandersetzungen zwischen den Bauern und Polizisten am Regierungssitz La Paz, wobei die Bauern die Polizei zurückdrängten und in das Gebäude einzogen, wie die bolivianische Zeitung „Página Siete“ berichtete. Mindestens zwei Polizisten und mehrere demonstrierende Bauern seien verletzt worden. Bolivien ist nach Kolumbien und Peru eines der größten Koka-Anbauländer der Welt. Die Gruppe der demonstrierenden Bauern erkennt die Führung des Verbandes der Koka-Produzenten in La Paz (Adepcoca) nicht an.


ECUADOR

Schadensbegrenzung

Santiago de Chile/Quito - Nach dem chilenischen Präsidenten Sebastián Piñera hat nach den Veröffentlichungen aus den „Pandora Papers“ auch der ecuadorianische Staatschef Guillermo Lasso die gegen ihn gerichteten Vorwürfe bestritten. Er habe zwar vor Jahren legale Investitionen in anderen Ländern gehabt, sich aber 2017 mit Blick auf seine Präsidentschaftskandidatur von all diesen losgelöst, sagte der Ex-Banker in einem Video in sozialen Medien am Montagabend. Das Parlament Ecuadors forderte von Lasso Informationen über den Fall. (dpa/mc)



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