Kontinent in Kürze

BRASILIEN

Aufbauhilfe

Rio de Janeiro - Drei Jahre nach dem verheerenden Großbrand unterstützt Deutschland weiter den Wiederaufbau des Nationalmuseums in Rio de Janeiro und die Wiederherstellung von dessen Sammlung. „Ich freue mich, dass Deutschland eine neue Spende in Höhe von 1,2 Millionen Reais (umgerechnet rund 200.000 Euro, Anm. d. Red.) leisten wird“, schrieb der deutsche Botschafter in Brasília, Heiko Thoms, am Donnerstag, dem Jahrestag des Infernos, auf Twitter. Das Auswärtige Amt hatte bereits unmittelbar nach dem Brand eine Soforthilfe von bis zu einer Million Euro zugesagt. Das „Museu Nacional“ in Rio war am 2. September 2018 in Flammen aufgegangen. Für Rio de Janeiro und Brasilien war es, als ob in London der Buckingham Palace und das British Museum gebrannt hätten. Im Jahr 1818 gegründet, ist das Nationalmuseum eine der ältesten wissenschaftlichen Einrichtungen Brasiliens und das älteste naturkundliche Museum Lateinamerikas gewesen. Es beherbergte mehr als 20 Millionen Objekte - von einer geologischen, botanischen, paläontologischen und archäologischen Sammlung über Exponate aus der Region bis zum Schädel von „Luzia“, die mit rund 13.000 Jahren als eines der ältesten Fossile eines Homo sapiens in Amerika gilt.


BRASILIEN

Humanitäre Visa

Brasília - Brasilien wird Menschen aus Afghanistan nach der Machtübernahme der militant-islamistischen Taliban unter bestimmten Bedingungen humanitäre Visa erteilen. Dies gilt etwa für Menschen, die von „schwerwiegenden Verletzungen der Menschenrechte (...) in Afghanistan“ betroffen sind, wie aus einer Mitteilung vom Samstag hervorgeht. Wie viele Afghanen Brasilien aufnehmen will, blieb in der Mitteilung offen. Auch andere Länder der Region haben angekündigt, Afghanen aufzunehmen oder bereits aufgenommen. So kamen im August mehr als 200 Menschen aus Afghanistan in Mexiko an, darunter Journalisten sowie Ortskräfte internationaler Medien. Kolumbien wird 4000 Afghanen vorübergehend beherbergen und ist damit eines von 15 Ländern, die sich an diesem von den USA finanzierten Programm beteiligen.

BRASILIEN

Proteste

Brasília - Mehr als 100.000 Menschen haben in Brasilien am Unabhängigkeitstag mit anti-demokratischen Slogans für Präsident Jair Bolsonaro demonstriert. Der rechte Staatschef selbst drohte bei einer Rede in der Hauptstadt Brasília dem Obersten Gerichtshof STF. Ein Richter am Gerichtshof, Alexandre de Moraes, hatte zuvor Bolsonaro-Anhänger wegen mutmaßlicher Anstiftung zur Gewalt und Verbreitung von Falschmeldungen festnehmen und verhaften lassen. Das Gericht ermittelt, unter anderem wegen der Verbreitung von Fake News, auch gegen Bolsonaro. An den Präsidenten des Obersten Gerichts, Luiz Fux, gerichtet, sagte Bolsonaro am Dienstag (Ortszeit): „Entweder der Chef dieser Staatsgewalt hält seinen (Richter Moraes) im Zaum oder diese Gewalt wird das erleiden, was wir nicht wollen.“ Bereits am Tag zuvor hatten Anhänger des Präsidenten eine Polizeiblockade in der Hauptstadt Brasília durchbrochen und sind auf die „Esplanada dos Ministérios“ vorgedrungen. Um den Platz sind alle Ministerien und der Kongress angeordnet.


MEXIKO

Migranten gestorben

Mexiko-Stadt - Dutzende Migranten sind in diesem Jahr beim Versuch, in die USA auszuwandern, auf der Durchreise in Mexiko ums Leben gekommen. 46 Leichen wurden zwischen Januar bis August geborgen, darunter ein Minderjähriger, wie die mexikanische Einwanderungsbehörde INM am Montag mitteilte. 22 von ihnen seien im Grenzfluss Río Bravo (in den USA Rio Grande genannt) ertrunken. Andere starben den Angaben zufolge nach Stürzen von Zügen oder Mauern, bei Überfällen oder an Unterernährung, Alkoholvergiftung oder Dehydrierung. Die Hälfte der Toten sei wegen fehlender Dokumente bisher nicht identifiziert worden. Die meisten Migranten stammen aus Mexiko oder aus einem der mittelamerikanischen Länder Guatemala, Honduras und El Salvador. (dpa/wvg)


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