Kontinent in Kürze

BOLIVIEN

Menschenrechte verletzt

La Paz - Rund um die Wahl und den Rücktritt von Präsident Evo Morales ist es in Bolivien zwischen September und Dezember 2019 zu schweren Menschenrechtsverletzungen gekommen. Zu diesem Schluss kommt eine auf Anregung des Interamerikanischen Gerichtshofs für Menschenrechte entstandene unabhängige Expertengruppe in einem Bericht, der in der bolivianischen Hauptstadt La Paz am Dienstag vorgestellt wurde.


KOLUMBIEN

Mehr als 1000 Vertriebene

Dipurdu del Guasimo - Wegen eines Konflikts zwischen einer Guerilla-Organisation und einem Verbrechersyndikat im Nordwesten Kolumbiens haben mindestens 1150 Dorfbewohner in umliegenden Gemeinden Schutz gesucht. Dies berichtete die kolumbianische Zeitung "El Espectador" unter Berufung auf die nationale Ombudsstelle am Dienstagabend. Immer wieder kommt es in der Region zu Machtkämpfen um Koka-Anbaugebiete und Transportrouten.


USA / KUBA

Weitere Sanktionen

Washington - Die US-Regierung hat wegen der Unterdrückung der jüngsten Massenproteste in Kuba weitere Sanktionen verhängt. Betroffen seien zwei Beamte des Innenministeriums und eine Militäreinheit, teilte das US-Finanzministerium am vorigen Freitag mit. Die Maßnahme werfe ein Schlaglicht auf weitere Täter, die für die Unterdrückung der Forderungen des kubanischen Volkes nach Freiheit und Achtung der Menschenrechte verantwortlich seien, hieß es.

NICARAGUA

Neue Verhaftung

Managua - Erneuter Schlag gegen die Opposition in Nicaragua: Der Geschäftsführer der Tageszeitung "La Prensa", Juan Holmann Chamorro, ist zu 90 Tagen Untersuchungshaft verurteilt worden. Ihm wurden Betrug und Geldwäsche vorgeworfen, wie die Staatsanwaltschaft des Landes am Montag mitteilte. Holmann Chamorro war am Samstag festgenommen worden - einen Tag, nachdem die Polizei Ermittlungen wegen derselben Vorwürfe gegen den Verlag verkündet und dessen Gebäude durchsucht hatte. Die gedruckte Version der Zeitung war am vorigen Freitag auf unbestimmte Zeit eingestellt worden.


KUBA

Mehr Online-Kontrolle

Havanna - Gut einen Monat nach außergewöhnlichen Protesten gegen die Regierung in Kuba hat diese die staatliche Kontrolle über die Internetaktivitäten der Bürger erweitert. Nach einem Dekret und weiteren neuen Regelungen, die am Dienstag im Amtsblatt des sozialistischen Karibikstaates veröffentlicht wurden, wird künftig unter anderem der Aufruf in elektronischen Medien zu "Mobilisierungen und anderen Handlungen, die die öffentliche Ordnung ändern", als Cybersicherheits-Zwischenfall eingestuft.


VENEZUELA

Neuer Dialog

Mexiko-Stadt/Caracas - Im seit Jahren andauernden Konflikt im Krisenstaat Venezuela wollen Regierung und Opposition wieder miteinander sprechen. "Sie haben den mutigen Beschluss gefasst, einen umfassenden Verhandlungsprozess einzuleiten", sagte Dag Nylander, Chef der norwegischen Vermittlungsdelegation, am vorigen Freitag bei einer Auftakt-Zeremonie in Mexiko-Stadt, wo die Gespräche stattfinden sollen.

BRASILIEN

Bischof zurückgetreten

Rio de Janeiro/Rom - Rund eine Woche nach Durchsickern eines mutmaßlich anzüglichen Videos hat ein brasilianischer Bischof seinen Posten geräumt. Der Papst nahm den Rücktritt von Tomé Ferreira da Silva an, wie aus Mitteilungen des Vatikans am Mittwoch, der Brasilianischen Bischofskonferenz und der Diözese São José do Rio Preto hervorging. Als Nachfolger ernannte Franziskus übergangsweise Erzbischof Moacir Silva, wie der Heilige Stuhl weiter mitteilte.


VENEZUELA

Protestanführer freigekommen

Caracas - In Venezuela ist der wichtige Oppositionspolitiker Freddy Guevara aus der Haft entlassen worden. Die Freilassung aus dem berüchtigten Geheimdienst-Gefängnis "El Helicoide" in der Hauptstadt Caracas erfolgte kurz nach dem Auftakt zu einem neuen Dialog zwischen Regierung und Opposition. Guevara bekräftigte, "alles zu unterstützen, was getan werden kann, um alle politischen Gefangenen freizubekommen", wie es in einem Tweet der oppositionellen Nationalversammlung am Sonntagabend hieß. (dpa/mc)


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